Tja, liebe Freunde 🙂 Es bleibt spannend hier in Spanien. An sich war es heute unspektakulär, aber derzeit endet es etwas… Ungewöhnlich 🙂
Doch zuerst einmal erwachte ich, nach einer NICHT DURCHSCHNARCHTEN Nacht, mit 3 Pilgern in dieser tollen und einmaligen Herberge, von der ich jedem, der diesen Weg geht, wünsche, dass er dort unterkommt 🙂
Die Hospitaleros sind toll, humorvoll und engagiert und Camino Fans und haben ein tolles Gespür dafür, wie kaputt man dort manchmal ankommt.
Ein toller Urlaub für die Seele, bevor es wieder in die erbarmungslos Wildnis geht… Mittlerweile bin ich von Kratzern, Blasen und Wunden übersät, meine Schuhe kaputt, mein Pullover hat Löcher… Ich bin grad mal 20 Tage unterwegs und seh aus wie Robinson Crusoe…
Naja… Ich erwachte also und eine Katze schlich in mein Bett… Das war super und ich genoss es… Zum Frühstück gab es Kaffee, selbstgebackenes Brot und Honig.. Super 🙂
Und so verabschiedete ich mich auf den Camino. Der Volunteer gab mir noch mit auf den Weg, dass man zum Camino Gott auch mal beten muss, sonst hört er einen nicht und so doof das klingt… Das hab ich beim Laufen auch getan.

Eigentlich wollte ich heute nur 13km nach Calzada del Coto gehen und da rum chillen, aber ich hatte so viel Energie, dass ich mich aufmachte doch die knapp 30 nach El Burgo Ranero zu gehen.

Dort gibt es eine Donativo Albergue.. Also auf Spendenbasis. Naja… Ich stiefelte los. Der Weg war easy. Meine Schuhe machten mir Sorgen und sonst war alles okay.
Bei Calzada del Coto gabelt sich der Camino irgendwie und ist echt doof ausgeschildert. Ich nahm aber den richtigen… Camino gottseidank. Aber zur Not halte ich immer n Auto an und frag. Da kenn ich nix. Und die Leute hier sind freundlich.
Es ging endlos an Straßen lang über Steine und Sand, was schwierig zu laufen ist.. Ich holte mir auch ne Blase.. Aber es war toll, seinen Gedanken nachzuhängen und voranzukommen.

Für mich war das heute sehr spirituell und ich bin überrascht, wie sehr ich mich doch körperlich, geistig und seelisch auf den Camino eingelassen habe, so dass es eine tolle, ganzheitliche Erfahrung ist.
Ich denke, was ich definitiv mitnehmen werde, ist, wie leicht es manchmal ist, liebevoll und nett zu anderen zu sein… Das geht im Alltag manchmal unter.
Ich hab auch gemerkt, wie viele tolle und spannende Menschen einem den Camino hier zu nem tollen Abenteuer machen und gemerkt, dass es in Deutschland nur besser werden kann, wenn sich Menschen, in diesem Fall ich, engagieren und eine Insel von Frieden und Freundlichkeit sind… So wie hier… Klingt nach Hippiegelaber und ist es auch… Aber es ist halt auch was dran…
Und ich freu mich, tolle Freunde zu haben ❤️💕

Die letzten Kilometer zogen sich und meine Füße Taten weh.. Ich sah keinen anderen Pilger. Aber es hupten und winken immer mal Autofahrer, das baut auf… Zeigt aber auch mal wieder, dass man für die religiösen Menschen hier ne Funktion erfüllt und ein Symbol ist… Das sollte man nie vergessen.
In El Burgo Reneiro fand ich die Herberge offen und verlassen vor. Ich bin der einzige hier. Bisher ist niemand aufgetaucht, kein Hospitalero da… Im Dorf hat keiner ne Ahnung von nix…Keine Heizung aber ansonsten alles ordentlich und okay. Das wird wieder ne interessante Nacht und ich frage mich, warum ich in solchen Situationen immer alleine in Herbergen bin 😀 das muss irgend ne Lektion sein… Denn es heißt ja so schön: Bittest du die Götter darum, dass sie dir Geduld schenken, kriegst du viele Situationen, in denen du Geduld üben kannst.
Es ist aber schon spooky… Man ist in nem fremden Land, in ner fremden Stadt und geht in ein offenes, leeres Haus, legt sich dort ins Bett und schläft, nur weil eine Jakobsmuscheln oder n gelber Pfeil an der Tür hängt… Das ist schon krass…
Naja.. Warten wir mal ab, wie die Nacht so wird…
Silke und Astrid, fühlt euch mal geknuddelt ❤️
War da. Noch was? Achja:

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