Nach einer schlaflosen Nacht wegen Schnarchern… (sie schlafen Immer am besten)… Erwachte ich gerädert und mit üblen Muskelkater. Normal… Mein Körper ist es nicht gewöhnt, mit viel Gepäck lange Strecken durch die Wildnis zu gehen… Das ist aber okay.. Aber brutal war er schon….
Doch der Morgen warte mit einem wunderschönen Sonnenaufgang auf, der uns staunen ließ…


Sowas sieht man selten. Und dementsprechend dankbar waren wir dafür. Der sehr nette Herbergsvater machte uns noch ein Frühstück und die Reise ging los. Sie sollte für mich heute mental total fordernd werden.
David, ein Spanier, der vor kurzem Leukämie überstanden hat und sich aus Dankbarkeit einen Weinberg gekauft hat und den Wein für gute Zwecke verkauft, sagte:“ It’s easy today. No Mountains. Just flat.“ Das sollte heute unser geflügelte Wort werden, wann immer wir vor einem Berg standen und rüber mussten.
Ich hatte mir gestern eine fette Blase gelaufen und die tat Weh beim Laufen und schon nach 10 Metern wusste ich, dass der andere Fuß auch Blasen kriegen würde… Und ich sollte Recht behalten.. Der Muskelkater, die Blasen… Mir steckten die letzten Tage in den Knochen. Und ich musste mich von Zubiri bis Pamplona bei jedem Schritt überwinden.
Doch der Weg hatte auch wieder mal viel schönes.

Doch auch dieses Mal gab mir der Weg, was ich brauchte…. Zum einen das:

Katzen und ich… Da geht was… Immer! Und die war dick und schmusig und verschönerte mir die Trinkpause. Katzen rocken.
Zum anderen gab es David und Kino, zwei Spanier, die den Weg mit mir gingen und mich mental mitzogen. Das war auch nötig, denn ich war echt platt… Mental platt. Ich glaub, ihr Caminoeros hier kennt das, oder?



Ladschftlich war heute unspektakulär und weniger anstrengend. Die Landschaft breitete sich vor uns aus, wie eine Katze auf einem Laptop.


Und es war viel Zivilisation heute.
Tja… Aber ich quälte mich durch jeden Schritt und die angenehmen Gespräche mit Kino und David, zum Beispiel über Unabhängigkeitsfragen und Sprachen, trieben mich voran.
4Km vor Pamplona machten wir dann halt für ne Siesta, die dringend nötig war. Hier gabs meine erste Tortilla, obwohl ich eigentlich keine Eier esse… Und sie war großartig. Und der Wirt in der taverne war so n alter Typ der die übelste Punk und skamucke laufen hatte, wo man beim hingucken nie drauf gekommen wäre 🙂 aber war cool und mit meinen Nicht vorhandenen Spanischkenntnissen sagte ich ihm noch „Bueno Musica“ was ihn freute 🙂

Dann zogen wir glorreich und hinkend in Pamplona ein und ich bin ganz hin und weg… Was ne tolle Stadt… Aber dazu gibt’s morgen nen Extraeintrag. Denn ich mache hier einen Tag Pause… Wäsche waschen und Fußpflege. Außerdem habe ich mein Ladegerät verloren…


Abends lernte ich Alex kennen, einen 22jährigen Russen, der den Camino aus Liebeskummer geht… Eine ergreifende Geschichte. Er ist sehr nett 🙂
So… Ich geh mal Wäsche aufhängen und wünsche euch nen tollen Abend.
Postet doch mal eure Geschichten von Etappe 3.

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