Tag 55: Jakob, who the f*ck is Jakob?

„Die Vergangenheit zeigt, dass Experten uns nicht vor dem Unvorhersehbaren schützen können. Ihre Erklärungen kommen immer erst, nachdem etwas passiert ist, und sie neigen dazu, den Eindruck zu erwecken, dass sie es hätten vorhersehen können.“ (Nassem Taleb, Federicos Buch)

Da ist was dran…der Spruch ist aber auch auf schnellen Applaus aus.

Unvorhersehbares kann man nur in SciFi-Dystopien erkennen… es ist doch das Wesen von Unvorhersehbarem, dass es unvorhersehbar ist, oder?

Natürlich kann man niemanden davor schützen. Unvorhersehbares passiert. Einfach so. Und oft ist das gut so.

Der Tod ist zu großen Teilen unvorhersehbar. Unfälle, Glücksfälle. Zufälle. Ich möchte natürlich einerseits meine Zukunft erfahren…ich geb zu, wenn Weihnachtsmarkt ist, geh ich immer zu der Wahrsagerin da… aber ich möchte im Detail nicht alles wissen… wie ich sterbe, wann, wie es den Leuten gehen wird die ich mag, ob ich Vereinsamung sterbe oder im Luxus, umgeben von Menschen die nich mögen,solange ich reich bin ^^ Ob ich etwas schaffe das bleibt…ob ich ein guter Mensch gewesen sein werde….

All das möchte ich nicht wissen… dass die Zukunft uns verwehrt bleibt, ist Fluch und Segen zugleich… und Taleb hat Recht…hinterher ist man immer schlauer ^^

Hätte ich im Vorfeld gewusst, wie viele Blasen ich auf dem Jakobsweg haben würde, hätte ichs nich gemacht ^^

Oder doch, weil ich ja auch die tollen Sachen gewusst hätte… Die Wurmlochwesen in Star Trek Deep Space 9 leben gleichzeitig in der Vergangenheit, im Jetzt und der Zukunft… ich finde das verwirrend ^^ dann bin ich doch lieber amöbenhaft linear ^^

Doch zunächst einmal erwachte ich in La Faba und war überrascht, wie geräuschlos Leute aufstehen und verschwinden können. Ich erwachte um 6 und der halbe Schlafsaal war leer…

Ich stand geräuschlos wie ne Blaskapelle auf und hatte heute grade mal 17km oder so vor mir… über O’Cebreiro und Alto de Poio nach Fonfria.

Ich verabschiedete mich von Marita, die ich wirklich nett finde 🙂 Marita…es war schön dich kennenzulernen und ich hoffe, wir sehen uns mal wieder.

Nun…achja… lieber Florian P. aus Hannover … ich schreibe dir diesen Brief aus den Tiefen meines Herzens. Ich habe die Kinder nach Weimar zur Tante geschickt und verbringe die Zeit viel im Park, wo ich Tröten an Touristen verkaufe…. wir hatten doch viele lange Nächte über verlieren und vergessen geredet, erinnerst du Dich?

Ich sagte dir, verlieren bedeutet, dass Du nicht weißt wann und wo es passiert…. und vergessen bedeutet, du weißt, wann und wo es passiert IST.

Du schriebst, dass dich das nicht überzeugt und ich warf den Brief wütend in den Kamin.

Nun…erinnerst du dich an mein Unterhosendedaster? Es war schlimm…ich hatte sie verloren…keine Ahnung wie, keine Ahnung wo….

Marita war so toll, mir neue Unterhosen aus Deutschland mitzubringen.. das war toll…und beschwingt zog ich heute von dannen nur um darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass ich meine Unterhosen nicht mitgenommen hatte 🫣

Und das, lieber Florian, ist der Unterschied zwischen verlieren und vergessen, denn ich weiß,,wann und wo ich sie vergessen hatte.

Das macht mich nicht weniger dumm, untermauert aber meine Theorie 🙂 Lieber nackt und im Recht als gut gekleidet und in Erklärungsnot ^^

Also…NUR um dir den Unterschied zwischen Verlieren und Vergessen zu verdeutlichen, ließ ich meine Schlüpfer zurück und nun nehmen die Hospitaleros, die von Marita abgelöst wurden und morgen selbst Pilgern gehen, die Shorts mit und wenn sie mich treffen übergeben sie sie mir…

Au weia …

Aber was tut man nicht für wissenschaftliche Beweise.

Nuja… ich stapfte los und kam bald in O’Cebreiro an, wo mich mehrere fantastische Panoramen erwarteten.

Auch Galicien erreichte Galicien und es regnete natürlich SOFOCHT in Strömen… lasst euch von der Sonne auf den Bildern nicht täuschen…Kamerafehler.

Überhaupt war das heute für mich die schönste Etappe, auch wenn es viel hoch und runter ging.

O’Cebreiro ist Tourie Keltenstyle…kann man machen…ich kannte es aber schon und rockte gleich weiter 🙂

Wirklich n schöner Tag. 🙂

Doch was, ihr Heiden, ist jetzt eigentlich der Jakobsweg?

Der Jakobsweg ist eine der bekanntesten Pilgerrouten der Welt und erstreckt sich über verschiedene Länder, hauptsächlich Spanien. Er ist nach dem heiligen Jakobus, auch Santiago oder Jakob genannt, benannt.

Aber wer war dieser heilige Jakobus? Nun, Jakobus war einer der zwölf Apostel von Jesus Christus. Nach der Überlieferung soll er das Christentum nach Spanien gebracht haben. Nach seinem Tod wurde sein Grab in der Stadt Santiago de Compostela in Nordwestspanien entdeckt, und das Gebiet entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Pilgerziel.

Der Jakobsweg bietet verschiedene Routen, die alle in Santiago de Compostela zusammenlaufen. Der bekannteste Weg ist der sogenannte „Camino Francés“, der in den Pyrenäen beginnt und sich über etwa 800 Kilometer erstreckt. Es gibt aber auch andere Routen, die aus verschiedenen Teilen Europas nach Santiago führen, wie zum Beispiel der „Camino Portugués“ oder der „Camino del Norte“.

Die Menschen machen sich auf den Jakobsweg aus verschiedenen Gründen. Einige tun es aus religiösen Motiven, um spirituelle Erleuchtung oder eine tiefere Verbindung mit Gott zu suchen. Andere nehmen die Herausforderung an, körperlich und geistig an ihre Grenzen zu gehen. Manche gehen einfach, um die atemberaubende Landschaft und die historischen Städte entlang des Weges zu erleben. Es gibt auch diejenigen, die nach einer Auszeit vom hektischen Alltag suchen und sich Zeit für Selbstreflexion und persönliches Wachstum nehmen möchten.

Der Jakobsweg bietet eine einzigartige Erfahrung, da man auf dem Weg viele Gleichgesinnte aus der ganzen Welt trifft. Die Pilger teilen ihre Geschichten, unterstützen sich gegenseitig und schaffen eine besondere Gemeinschaft. Es gibt auch zahlreiche Herbergen und Pilgerunterkünfte entlang des Weges, in denen die Pilger übernachten können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Jakobsweg eine historische Pilgerroute ist, die eng mit dem heiligen Jakobus und seiner Bedeutung für das Christentum verbunden ist. Es ist eine Reise, die sowohl physische als auch spirituelle Herausforderungen bietet und eine unvergessliche Erfahrung für all diejenigen ist, die sich auf dieses Abenteuer einlassen.

Ich freue mich über das Abenteuer und nehme jetzt schon immer mehr Abschied.

Auf dem Weg konnte es wieder mal einer nicht lassen mir zu sagen, dass er meinen Rucksack zu schwer fand. Das ärgerte mich so, dass ich nen Wutpost in ner Caminogruppe mit Rucksackfoto Pastete.

5 Minuten später sprachen mich zwei Iren an, die den Post gesehen hatten ^^ das war lustig :)))

Hach Leute…der Camino ist toll ^^ Danke, dass ihr dabei seid :))

Danke ^^

Kommentare

Ein Kommentar zu „Tag 55: Jakob, who the f*ck is Jakob?“

  1. Avatar von Florian
    Florian

    Kannst Du mir noch die Zusammenhänge zwischen Weimar, Tröten, Kindern und der von Dir geschilderten Differenzierung von Vergessen und Verloren erklären? Das erschließt sich mir nämlich nicht. Die eigentliche Differenzierung sehr wohl, auch wenn ich das eher auf dein pangalaktisches Alter schieben würde 😉

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