Tag 53: Zeitumstellung!

„Es ist viel besser, eine Handvoll Probleme zu haben, die man kennt, als viele Probleme, von denen man keine Ahnung hat.“ (Taleb, Federicos Buch)

Ah…Probleme! Damit kenne ich mich aus 🙂

Tatsächlich muss ich Herrn Taleb da mal Recht geben… Probleme die man kennt sind übel genug…aber man weiß, woran man ist und womit man es zu tun hat. Normale Probleme sind schon scheiße…

So…aber, und jeder der mich kennt, wird jetzt nicken…..

in so ner „alles läuft schief Phase“ bin und eh schon echt am kämpfen bin, tauchen bei mir regelmäßig zusatzprobleme auf, mit denen NIEMAND rechnen konnte…

So absurdes zeug:

Ich kündige in Absprache mit dem Arzt meinen Job und lasse mich krankschreiben. Das Arbeitsamt, das vorher meinte, es wäre zuständig, ist nicht mehr zuständig, sondern die Krankenkasse wegen Krankengeld… okay, soweit, so normal stressig….

Die Krankenkasse, wo alles normal lief, sagt „Ja klar, wir sind zuständig und berechnen mal.“, rufen am nächsten Tag aber an und sagen, es sind noch über 1000 Euro an Beiträgen aus 2014 offen (vor 9 Jahren), mein Leistungen der Krankenversicherung würden eingestellt und nurnoch Notversorgung gewährleistet, Krankengeld gibt’s halt aber nur, wenn der Versicherungsanspruch nicht ruht…. das war Freitag Mittag am Monatsende ^^

Wer zuständig ist…keine Ahnung….

So… ich mit Hilfe von Pontius zu Pilatus telefoniert und es musste neu berechnet werden und es stellte sich heraus, es sind keine Beiträge offen, aber irgendwann 2016 wäre ich an nem Sonntag mal nicht krankenversichert gewesen, darum Ruhe mein Anspruch trotzdem und Krankengeld gibt’s nich…

Das sind alles Probleme, die man nicht auf dem Schirm hat. Wo keiner mit rechnet und jeder mit dem Kopf schüttelt.

Es löste sich aus Ende alles in Wohlgefallen auf und ich hatte irgendwie nix falsch gemacht… aber so läuft es bei mir immer… und Taleb hat recht: Die Probleme, von denen man nix weiß, sind echt die schlimmsten 😑

Hab ich mal wieder aus dem Nähkästchen geplaudert, was? Aber da such eh alles in Wohlgefallen auflöste und ich nix falsch gemacht hatte. Ist das okay.

Generell: Ich rede hier auch bewusst über diesen Privatkram, weil es einfach auch zu ner Pilgerreise gehört… genau deswegen mach ich sie… um mich mit sowas auseinanderzusetzen… Pilgern ist nicht nur Party, Wandern und Leute treffen, sondern Arbeit an und in sich…

Schau in dich, Schau um dich, Schau über dich.

Doch… ähm… zunächst einmal erwachte ich und zwar in Unterwäsche im Zimmer stehend so gegen 3 Uhr Nachts, als ich versuchte das Fenster zu reparieren.

Schlafwandeln auf dem Jakobsweg … Auch mal ne Erfahrung… vor allem redete ich dabei laut…. am nächsten Morgen sagten meine Mitschläfer aber sie hätten nix mitgekriegt ^^ Sehr nett… aber unwahr ^^

Spannend halt auch, dass ich generell 2 linke Hände hab, aber mein Schlaf-Ich denkt, es könne etwas reparieren

Nuja…heute ging es dann 24,6km von Ponferrada nach Villafranca. Ich hatte von Nem dänischen Pilger nen Tip für ne super Albergue gekriegt und reservierte dort ein Bett und wurde auch nicht enttäuscht:)

Der Weg war hügelig und Lied viel an Straßen lang. Es war auch sehr früh heiß.

Ich hätte einen Auszeittag in Ponferrada machen dürfen, entschied mich aber doch fürs Laufen.

Achja…und ich habe beim Blog durchlesen gesehen, dass ich einen Tag doppelt habe, darum ist eigentlich Tag 53.

Heute würde übrigens auch die 2 auf dem Kilometerstein fallen und ab dann sinds nur noch 199km. Übermorgen geht’s dann schon auf den O’Cebreiro und dann bin ich auch fast in Galicien.

Meine gestrige Erkenntnis hängt mir noch nach. Und die Frage von Klaus, ob man, wenn man einen Blog so persönlich schreibt wie ich, nicht ne exhibitionistische Ader haben muss?

Ich schreib den Blog ja zum einen als Tagebuch und zum anderen ist es mir wichtig, die Leute, die mitlesen, teilhabenzulassen daran, was Pilgerei ist. Und das ist halt sehr persönlich und ich finde es toll, wenn man einen Auseinandersetzungsprozess auch über so ne Zeit mitverfolgen kann.

Ich würde nicht sagen, dass ich be exhibitionistische Ader habe. Ich teile ja schwierige und teils schmerzhafte Dinge mit euch. Da hab ich keinen Gewinn von. Weder Lustgewinn, noch sonstwas.

Ich stehe nur halt zu meinen Ecken und Kanten und man ist täglich von Menschen umgeben, die einem vermitteln wollen, dass bei ihnen privat, sozial, spirituell und sexuell alles super ist… no Problemo….. alles neu

Aber ich sitz hier und hadere mit Gott.

Ist doch wohltuend, nicht immer perfekt sein zu müssen.

Steht zu euren Ecken und Kanten. Sie machen euch zu denen, die ihr seid..

Nuja… es war heiß…hab ich das schon erwähnt?

Außerdem ging der Weg direkt an ner Straße vorbei, wo streckenweise kein Streifen war und man direkt auf der Straße ging.

Dat war jefääääährlisch!

Ich glaube, mit meinem Streit mit Gott wird sich auch noch was ergeben hier.

Ich bin grade in ner richtig schönen Alberge und werde morgen Marita treffen. Darauf freue ich mich. Und bin schon ganz gespannt ^^

Oh…und in den Geschäften werden strange, aber coole Sachen verkauft.

Also.. kommt n Pferd zum Psychiater und sagt: „Ich glaube ich bin hier falsch, ich wollte zum Orthopäden. “ … äh…ne…wart mal, der ging anders…

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