Und zwar auf peinliche Art und Weise, die mir aber ein Glas Mostak einbrachte.
Doch zuerst einmal erwachte ich nach einer warmen, ruhigen Nacht im Einzelzimmer und war ausgeruht und chillig. Ich frühstücke Ausgiebig und bekam von den Koreanerinnen eine Schale Reissuppe vorgesetzt, die ich zu essen hatte. Basta! Sie sagten, das isst man in Korea, wenn man Krank ist. Es schmeckte aber ehrlicherweise nur nach wässrigen Reis. Aber es war heiß und okay.
Und so stiefelte ich los in Richtung León. Ein spannendes Etappenziel, denn nun habe ich weit über 400km geschafft. Und ich freute mich auf León, we die Stadt sehr schön sein soll. Aber ich bekam León+, doch dazu später mehr.

Der Weg wurde jetzt immer urbaner aber auch hügeliger. Ich denke mal, das ist ein Vorgeschmack auf die kommenden Etappen.

Der Weg führte mich ziemlich geradeaus an Bundesstraßen und Autobahnen vorbei. Nichts, was groß fotografiert werden müsste.
Doch ich kam gut voran und sah auf einmal dieses Café:

Das schrie nach ner Pause und nach nem Kaffee. Ich fragte den Besitzer, ob sie Deutsche seien, aber das Café hieß einfach nur ohne Grund so.
Dennoch hatte ich Glück und bekam gratis zu meinem Kaffee ein… Was auch immer es war, keine Ahnung… Aber es war süß… Dazu. Und ich holte mir ausnahmsweise nen Stempel, denn der musste einfach sein, auch wenn ich kein Stempelmessie bin.

Langsam füllt sich meine Credencial 🙂
Dann kam auch bald schon León in Sicht und ich freute mich. Ich würde hier einen Tag Pause machen, meine Schuhe flicken lassen und Abspannen… Ich hatte vor, in einem Benediktinernonnenkloster für 5 Euro die Nacht abzusteigen… Tat ich auch… Und was soll ich sagen: 140 Betten… Und ich bin alleine 😂 in León… Wo Milliarden Pilger sind… Ich bin verdammtnochmal alleine hier!
Aber es ist nicht Atapuerca, darum ist es okay.

In der Stadt kam mir überraschend Roberto entgegen, der italienische Mitpilger auf dem Koreaner Foto und brachte mich noch zur Albergue. Er wird morgen weiterpilgern. Ich wollte eigentlich über meinen Geburtstag am Donnerstag hier sein, doch 3 Tage Auszeit ist mir zu viel.
Abends um 7 ging ich in die Messe der Nonnen. Das finde ich wichtig und richtig. Denn ich Pilger nicht nur für mich. Die Messe war okay, ich verstand nichts und als Nicht Katholik kenne ich auch die Abläufe nicht…
Naja…

Dann gabs die Eucharistie und auf einmal guckt mich die gesamte Kirche an… Ich dachte mir, was geht denn jetzt? Ist mein Handy laut oder meine Hose offen? Doch nein… Alle gucken… Einige Nonnen schütteln verständnislos den Kopf und ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe und weil der Priester grad was gesagt hatte, sage ich laut: „Amen!“, woraufhin die Nonnen wieder den Kopf schütteln und ein Besucher zu lachen anfängt.
Die Messe endet und ich schleiche zur Tür und hoffe, nicht vom Blitz getroffen zu werden. Ein Mann kommt auf mich zu und sagt in Englisch, dass der Priester mich segnen wollte… Aber halt auf Spanisch darum hab ichs halt nicht gepeilt… Naja… Mir ist das schon unangenehm…
Der Mann stellt sich als Lucas vor. Er kommt aus Belgien, ist Hospitalero auf Freiwilligenbasis und lädt mich auf einen Wein ein. Dazu gibt’s Tapas… Wer in Leon gut essen gehen will, muss sich einfach nur besaufen gehen, denn zu jedem Getränk gibt’s hier Tapas dazu. Lucas trinkt Wein und ich einen wirklich leckeren Saft namens Mostak… Echt sehr lecker.

Wir plaudern über den Camino, den er schon 15 mal oder mehr gegangen ist und Lucas sagt, er wird mir morgen einige Sehenswürdigkeiten von Leon zeigen… Darauf freue ich mich und das entschädigt für die Slapstick immer in der Kirche. So hat alles sein Gutes.
Ich machte mir dann noch n Pilger Menü ala Single und geh gleich noch Duschen und dann pennen.
Ich grüße heute mal meinen Bruder René und seine Frau Heike 🙂

Bis Morgen dann.
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