Tag 14: Ups and downs

Ich frage mich, ob ein Löwe (oder Kannibale) für Menschen in Freilandhaltung einen Aufpreis zahlen würde. (Federicos Buch)

Well… Kommt auf die Geldmittel und das moralische/soziale Gewissen an, dass der Löwe hat…. Beim Kannibalen ist es zumindest vorstellbar. Gibt ja sicher auch Biokannibalen..

Was ich mich aber frage ist, wo Herr Taleb auf einmal solche Gedanken herholt?

Generell… also ich als Vegetarier… möchte generell nicht dass wegen mir irgendwer in Käfig- oder Freilandhaltung leben muss und ganz ehrlich: was nutzt einem ein „Gutes Leben“, wenn man am Ende nen Bolzen in den Kopf geschossen kriegt und gegessen wird? Wenn ich schon Fleisch esse, also hinnehme, dass wegen mir ein Lebewesen einen gewaltsamen Tod erlebt, kann ich mir diese Bio-Freiland-Gewissenskacke doch auch schenken… Sein wir mal ehrlich: Biobauer xy zieht ein Ferkel auf, baut ihm einen tollen, gemütlichen Stall, streichelt es, behandelt es gut, das Schwein fühlt sich wohl, vertraut dem Bauern, ist mit sich und Gott im Reinen..und dann kommt der Bauer, schneidet dem völlig panischen und verwirrten Schwein die Kehle durch und macht Wurst draus… das ist doch tausendmal schlimmer, als n Tier aus industrieller Haltung zu killen…. ich meine… schlimm ist beides. Und neulich meinte ich ja noch, man sollte Leid nicht gegeneinander aufwiegen.

Als Kind bin ich im Dorf mal um ne Ecke gebogen…da stand n Typ in der Garage, ne Ziege zwischen den Beinen und Schnitt ihr grade den Hals auf… die Ziege sah mich dabei an und schrie und röchelte dann… man konnte ihre Panik sehen und wie sie starb… das verfolgt mich bis heute. Darum bin ich Vegetarier.

Ich verstehe aber auch, wenn Menschen das nicht sind und bin nicht militant…jeder muss mit sich und seinem Gewissen ausmachen was und wie er isst 😉 Nur beim Essen gehen..wenn dann jemand Hummer oder Muscheln will, die direkt gebrüht wetden, bitte ich darum, etwas anderes zu nehmen…entschuldige mich dafür aber auch.

Doch zunächst einmal erwachte ich und machte mich von Lascabanes auf Richtung Lazuerte. 24 Kilometer… es startete schön eben und war nett zu gehen 🙂

Ich gehe gerne eben und auch mit Straßen hab ich kein Problem… Anfangs gab es auch noch viel Schatten.

Das änderte sich aber. Es war eh schon sehr heiß heute. Es waren viele Leute auf der Strecke unterwegs… das stresst mich etwas, weil ich gerne auch mal lange am Stück in meinen Gedanken sein will…. und wenn immer jemand hinter oder vor dir ist, stresst einen das unbewusst .. man fühlt sich zu langsam oder will nicht überholt werden, die Pilger die man passiert, wollen immer Smalltalk… ich meistens nicht ^^

Und Franzosen reden wie Wasserfälle..über alles..ohne Pause ^^ das stresst und ich hoffe, es wird besser. 🙂

Dann kamen viele Abschnitte ohne Schatten und streckenweise fiese Auf- und ,Anstiege… gefühlt senkrecht, mehrere hundert Meter. Das schlauchte…. aber Stück für Stück kam ich voran und konnte nach 7 Stunden dann mein Ziel Lazuerte sehen…und DER letzte Anstieg..DER war schlimm… es war heiß, mein Wasser war alle und meine Energie eh…ich hatte keinen Bock mehr… aber Keinen Bock zu haben juckt den Camino wenig… dann kommst halt nicht an dein Ziel ^^ Also kämpfte ich mich voran.

Generell hab ich heute auch die 150km Marke geknackt. Das ist ein Erfolg ^^

Ich schleppte mich also den Berg hinauf in die Alstadt und kam bei der Gite tamba’ki an 🙂 Eine reizende Brasilianische Hospitalera begrüßte mich und man fühlte sich direkt willkommen…

Und ihr Haus erst… also ich zeig euch nur das Erdgeschoss und „mein Geschoss“. Insgesamt hat das Hsus 4 Stockwerke… bereit?

Krass oder ^^ voll der Palast ey 🙂

Kann man machen…

achja..ich hab n Zimmer alleine ^^

Morgen wird heftig… es wird noch heißer und es sind 27km zu gehen… das weiteste bisher… keine Ahnung ob und wie ich das schaffe…

Es gab auf jeden Fall geiles Essen.. für mich Tofucurry…und zum Nachtisch…. EIS ^^

Gott, das sind so die kleinen Freuden des Caminos ^^ Morgen geht’s, wenn ichs schaffe, erstmal wieder in ein Nonnenkloster

Und jetzt geht’s erstmal ins Bett ^^

N8

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