Tag 11: Hitzeschlacht, Sonnenbrand und das krasseste Sandwich der Welt

Der schlimmste, denkbare Schicksalsschlag: ein Banker, der bei seinem Ableben arm ist. (Federicos Buch)

Ich hab mal ne Doku über den Bürgerkrieg in Liberia gesehen. Da war ein traumatisierter Junge, etwa 15. Er hatte am Strand ein Baby begraben, dass im Krieg umgekommen war, doch jede Nacht gruben Hunde es wieder aus. Und er ging jeden Tag dorthin und begrub jeden Tag dieses Baby. .

Man könnte meinen das wäre schlimmer… aber wer will schon Schicksalsschläge gegeneinander aufwiegen? Jedes Leid ist schlimm…sei es nun ein verarmter Banker, oder ein traumatisierter Kriegsteenager. Leid ist Leid.

Ein schlimmer Schicksalsschlag ist es auch, wenn man ein Buch voller Lebensweisheiten schreibt und trotzdem niemand dich kennt 🙂

Aber an dieser Stelle gehen Grüße raus an Nassim Nicolas Taleb. Ich zitiere dich jeden Tag in meinem Blog 🙂

Dass Herr Taleb den vermutlich nicht liest, ist aber jetzt kein Schicksalsschlag ^^ Für mich… ihm hätte es sicher geschmeichelt :

Doch zunächst einmal erwachte ich und …weißlich…ging frühstücken. Ich bin halt einfach aufgewacht ^^

Heute stand ne 25km Etappe an und damit meine bisher weiteste. Mein Handy meinte 4,5 Stunden… also stapfte ich los…mit dem guten Gefühl, Sonnencreme aufgetragen zu haben und dem schlechten Gefühl erklärt zu bekommen, dass es after sun ist… Well…

Die Sonne brezelte vom Himmel wie ein Flammenwerfer aber ich kam gut voran…

Seit ich nen Hut habe, denke ich auch viel über Ibsen nach und Hölderlin und so

25 sind natürlich ne Menge und ich frage mich halt, warum meine scheiß Zehen in neuen superteuren Schuhen so weh tun? Da ich hier in Cahor nen Tag Auszeit mache gehe ich mal in den Pilgerladen und frag…das war beim letzten Camino nich so und schmerzende Zehen nerven.

Dennoch kam ich gut vorab und möchte nach 2 Stunden ne Pause. Da es auf dem Weg keinen Laden gab, gönnte ich mir ein vegetarisches Sandwich für den Weg im Kloster und bekam eine vollwertige Mahlzeit zwischen zwei Brothälften.

Es war alles Drauf..Käse, Salat, Zwiebeln, Rührei, Gemüse, Zeugs jenseits aller Vorstellungskraft… krass :))

Und ich konnte mich sogar revanchieren 🙂 irgendwann kam eine Pilgerin,die kein Wasser mehr hatte und es war echt heiß und wie gesagt: die nächsten 10km kam auch nix mehr. Ich schenkte ihr ne Flasche Wasser von mir, denn ich hatte genug mit und das war auch gut,denn die Sonne knallte erbarmungslos und auf den nächsten 10km ging es nicht nur bergauf, es gab auch keinen Schatten…. das war echt unangenehm und zog Kraft. Es zog sich auch sehr uin die Länge…Mein Arm brannte und ich wusste, ich hab nen Sonnenbrand aber stehenbleiben oder abbrechen war nicht. Wir mussten das alle durchziehen und viele kämpften doch sehr…

Gottseidank kam irgendwann ne Bar… selten war mir Geldschneiderei so willkommen gewesen 🙂

Ich genoss ne Brause und sauste weiter 🙂

Dann begann ein echt unangenehmer Teil….

Eine Bergkuppe, Geröllpiste, kaum Bewuchs, Sonne, bergauf… gefühlt stun-den-lang…es war unangenehm, weil auch die Stadt einfach nicht in Sicht kam.

Als sie dann endlich in Sicht kam, erwartete uns ein brutaler 1,5km langer Abstieg mit streckenweise 40Grad…

Ich schleppte mich mit Müh und Not nach Cahor und war vollkommen durchgefeiert.

Ich konnte nurnoch in die Gite und bin super kaputt.

Morgen mach ich nen Auszeittag. Gibt viel zu sehen hier. Und ich brauch das Abschalten…

Zumal mein Knöchel geschwollen ist und weh tut und ich weiß nicht warum

Zum Abendbrot wollte ich gerne ne leckere Pizza, aber die hier war … nicht lecker

Federico, deine Geschichte gibt’s morgen. 🙂

N8 🙂

Kommentare

Ein Kommentar zu „Tag 11: Hitzeschlacht, Sonnenbrand und das krasseste Sandwich der Welt“

  1. Avatar von Jacqueline Richter
    Jacqueline Richter

    also auf dem Bild sieht sie lecker aus…hmm….ich mag gebratene Auberginen!

    Na und der Nassim scheint ja schon ein bekannter Autor zu sein…er hat immerhin nen recht umfangreichen Wiki Artikel 😉

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