Tag 1: Ein würdiger Auftakt… und mein Steigungstrauma

Federico, mein neuer Erzfreund (Liebe Grüße) aka Herr Ambivalent 🙂 , gab mir ein Buch mit auf den Camino mit dem Namen : Umgang mit Nichtwissen… Was auch immer er mir damit sagen wollte. Aber ich habe Beschlossen, jetzt den Blog immer mit einem Spruch aus dem Buch zu beginnen:

„Alles, was ich mir selbst beigebracht habe, weiß ich noch.“

Doch woher weiß ich wenn ich was vergessen habe?

Ich nehm den Spruch einfach hin 🙂

Doch erst einmal erwachte ich nach einer echt kalten Nacht und wusste nicht, ob ich wegen meinem Knie noch ne Nachtbleiben wollte oder ob ichs wage. Da es aber regnen sollte, entschied ich mich um 5 Uhr morgens zum Aufbruch….und da begann es… Mein Steigungstrauma holte mich ein.

Okay, wobei ich natürlich auch nicht wissen würde was ich vergessen habe. 🙂 Gut…ein Spruch zum Hinnehmen.

Wir erinnern uns…2018…erste Etappe im Winter auf dem Jakobsweg und ich bin mitten im Schneesturm mitten im Berg verreckt…weil ich fett und untraiiert war mit 25kg… ich wurde von der Polizei aufgegabelt und in ein Kloster gebracht. In der selben Nacht starben dort noch 2 Koreaner.

Dementsprechend dachte ich, ich gehe es in Le Puy-en-Velay chillig an…. Doch schon der Weg in die Kathedrale zur Pilgersegnung begann mit einer finsteren Steigung und ich ahnte, diese Etappe würde schlimm…

Von der Messe selbst habe ich nicht viel verstanden, aber es war sehr feierlich und der Priester ein Bär, den ich am liebsten geknuddelt hätte…

Wir wurden alle gesegnet und dann ging so ein Bodengitter auf und unter dem Gitter führten Stufen nach unten direkt auf den Camino…das war schon cool 😎

Frühstück ist wichtig

Mein Knie hielt, aber nach einem kurzen Abstieg folgte ein brutaler Aufstieg und ich hatte zuviel Gepäck und war fett und untrainiert, es war kalt und regnete… fast wie im Winter in Spanien…. ich litt mit jedem Schritt, hatte auch sofort ne Blase und so und quälte mich vorwärts.

Da ich aber mein Knie nicht gleich durchfeiern wollte und nach 12km echt durch war (24 Stunden Anreise, kalte Nacht ohne Schlaf) entschlossen ich, mich anders, als beim letzten Camino nicht direkt durchzuprügeln, sondern es langsam angehen wollte, stieg ich in ner Herberge ab, die sich als Gemütlich herausstellte mit netten Mitpilgern und ich denke mal, dass ich es auch die nächsten Tage eher ruhiger angehen lasse, bis ich mich ans Laufen gewöhnt habe.

In der Herberge sortierte ich erst mal 2 Kilo aus und vielleicht lasse ich auch mein Zelt da, denn die nächsten 2 Wochen wird das Wetter scheiße und regnerisch werden… ich muss mal gucken…

Hier gab es erstmal leckeres Abendessen und nette Gespräche mit Mitreißenden und bald werde ich ins Bett gehen.

Sie war auf ihrem eigenen camino

Darum wird der Blog heute etwas kürzer.

Buen Kamino 🙂

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