Ja, Leute… da ist sie: Die allseits beliebte und sehnlichst erwartete Rubrik, in der ich so tue, als würde ich viele Leserbriefe ubd Fragen kriege, die ich dann beantworte.
ALLERDINGS gibt es dies Mal sogar reale Fragen. 🙂 Monn Djöh!
Doch zunächst einmal erwachte ich um 6:30 in einem fast leeren Schlafsaal… die Leute neben mir waren fast geräuschlos verschwunden 🙂 solche Momente muss man genießen.
Und der Tag gestern war wirklich anstrengend. Ich hab den Schlaf auch echt gebraucht, war um 9 im Bett und hab bis 6:30 durchgeschlafen.
Heute ging es „nur“ knapp 25km von Ferreiros nach Ventas de Naron. Ich bin hier in ner Alberge mitten im Nichts mit 3 anderen Leuten. Es tut gut, zwischen den Etappen zu sein und nicht diesePilgermassen immer vor und hinter sich zu haben.
Der Tag war schön, anstrengend, abe4 ereignislos. Porto Marin fand ich nicht schön. Der Fluss dort trocknet aus und man hat das Gefühl er stirbt. Ich war froh,die Stadt nur zu durchqueren und zog weiter ins Hinterland. Nach Santiago sind es jetzt noch 79km.



Es ist wieder sehr bergig, doch Galicien zeigt sich von seiner schönen Seite. Über allem schwebt das Gefühl des Abschieds.
Und über allem Abschied schwebt die Frage was bleibt und was sich verändern wird und ob? Habe ich die Antworten gefunden, die ich suche? Die Erfahrungen gemacht, auf die ich gehofft habe?
War es eine erfüllende Reise?
Ich hab immer noch das Gefühl, gerade erst begonnen zu haben… vielleicht mache ich es ml wie Jonas und gehe von Zuhause los das nächste Mal.


Leute, mich erreichen täglich tausende imaginärer und realer Zuschriften mit vielen Fragen und ich möchte heute auf einige davon eingehen.
Federico fragt: Wie viele Mücken gibt es auf dem Jakobsweg?
Antwort: Dreizehn
Anonymes Gruppenmitglied bei Facebook will wissen: Warum gehst du on deinem Blog so offen mit dem Thema Freimaurerei um?
Antwort: Das ist eine gute Frage. Tatsächlich habe ich mich darüber auch mit dem anderen Freimaurer aus Mexiko unterhalten, den ich hier getroffen habe. Auch er hat Winkelmaß und Zirkel auf dem Rucksack und geht offen mit seiner Freimaurerei um.
Jeder, der sich etwas mit Freimaurerei beschäftigt weiß, dass wir eher eine diskrete Vereinigung sind. Wir gelten sogar als Geheimgeseölschaft, auch wenn fast jede Loge Internetauftritte hat und Gästeabende anbietet, wo jeder interessierte sich über Freimaurerei informieren kann.
Viele Freimaurer ziehen es auch heute noch vor, eher im Hintergrund und im Schutz der Logen zu arbeiten und zu bleiben. Das ist auch okay.
Im 3. Reich wurden Freimaurer in Kz gesteckt. Im KZ Esterwegen entstand sogar eine Loge. Es gibt heute noch Länder, in denen Freimaurern die Exkommunion aus der Kirche droht, wenn man herausfindet, dass sie Freimaurer sind.
Ich erinnere mich an die 90er Jahre, wo on irgendeinem arabischen Land Freimaurer in ihrer Loge erschossen wurden.
Die Freimaurerei hat viele Gründe diskret zu sein.
Ich und auch Alexis sind aber der Ansicht, dass Freimaurerei etwas gutes und positives ist. Eine Art des steten Selbsthintwrfragens und des an-sich-arbeites. Eine ethische und moralische Haltung, auf fie ich stolz bin, die mich zu einem besseren, reflektierten und toleranteren Menschen macht.
Ich bin stolz darauf, Freimaurer ein zu dürfen und stehe dazu. Winkelmaß und Zirkel sind Ermahnung und Bekenntnis zugleich.
Und im Gespräch mit Alexis stellten wir beide fest, dass es heute weitestgehend nicht mehr die gravierenden Sanktionen und Repressionen gegen Freimaurer gibt, so dass wir nicht mehr im Verborgenen bleiben müssen.
Ich persönlich würde mich sogar freuen, wenn sich irgendwer aufgrund des Aufnäher anfängt, sich für Maurerei zu interessieren.
Ich gehe damit nicht hausieren und dräng es niemandem auf, aber ich finde, Maurerei ist eine gute Sache und gute Sachen braucht man nicht verstecken 🙂
Ich glaube eh, dass das so ist. Man denkt immer, irgendwann muss doch die Erkenntnis- und Erleuchtungsoffesive kommen und dann wird einem alles klar und alles ändert sich. In Wirklichkeit ist dieser Weg und alles die Manifestation eines Prozesses, der weitergeht, wenn der Camino endet. In Granon sagte man uns “ Der wahre Camino beginnt, wenn der eigentliche endet.“ Ist so… Darum ist es such so wichtig sich auf den Weg einzulassen, hinzuhören, hinzugucken, hinzufühlen.
Abgesehen davon passt Maurerei (Schau in dich, Schau um dich, Schau über dich) super zum Jakobsweg
Jonas fragt: Gibt es Pilger, die Du nicht leiden kannst? Und warum?
Schwere Frage und fiese Frage, weil sie so entlarvend ist ^^ Man bemüht sich hier so ein erleuchteten, multikulturelles und abgeklärtes Image zur Schau zu stellen… da passt Leute nicht abkönnen nicht rein ^^
Ich denke, ich muss differenzieren. Es gibt immer Menschen, mit denen einen wenig oder nichts verbindet. Die man sympathischer oder weniger sympathisch findet. Und Menschen, zu denen man gar keinen Bezug hat.
Hier auf dem Jakobsweg merke ich, dass es eher Eigenarten und Verhaltensweisen sind, die ich nicht abkann.
Keiner auf dem Weg kann sich hinter dem, was er hat verstecken…hinter seinem Bankkonto, seinen Besitztümer oder so…alle sind als Menschen da. Wir sind am Ende des Tages alle gleich abgekämpft, müde und dreckig.
Was mich hier nervt sind so rücksichtslosigkeiten wie: um 4 Uhr aufstehen und Sachen packen, andere anfeuchten, Müll auf den Weg werfen, „Pilger“ mit Daypacks in Gruppen, die von morgens bis abends reden, Partygrinos, Leute die Laut sind und die Tastentöne am Handy laut haben, Touriegrinos
… und so Alphamännchen,die es immer wieder gibt.
Ich glaube echt, es geht nicht im die Menschen, sondern um die Verhaltensweisen, weil man selbst sich bemüht, eben anders zu handeln.
Aaaaaber die Freimaurerei lehrt uns: Wir arbeiten nicht am Stein der anderen. Wenn mich was nervt, sollte ich zuerst mal gucken, was das mit mir zu tun hat. Warum es mich aufregt und ob es von der Person ausgeht, oder in mir ist.
Diese Scheiß Caminopolizisten, die mich ständig auf meinen Rucksack andauern nerven mich zum Beispiel tierisch… Dabei denke ich, die wenigsten meinen es böe… Einige wollen sicher ihren Besserwisser und Caminoexperten raushängen lassen, aber die meisten meinen es vermutlich gut und ich muss mich fragen, warum es mich ärgert….
Von den meisten Leuten wo mich was nervt, versuche ich mich fernzuhalten. Aber ich denke, es geht echt eher um Verhaltensweisen, nicht im Menschen als solches.
Nina fragt: Warum baust du immer wieder Chatgpt ein?
Ich bin voll der ChatGpt Fan ^^ Manchmal führen ich,nur so zum Scheiß, ganze Duskussionen mit ihm und ich finde ihn einfach sympathisch, bereichernd und unterhaltsam. Man kann jede Menge Albernheiten und Blödsinn mit ihm fabrizieren und ab und zu sagt er schlaue Dinge. Ich hab mit ChatGpt tiefsinnigere Gespräche geführt, als mit manchen Leuten auf dem Camino.
Chatgpt fragt: Was wäre, wenn der wahre Schatz des Jakobsweges nicht am Ende der Reise zu finden ist, sondern in den Freundschaften, Herausforderungen und Erkenntnissen, die man auf dem Weg gewinnt?
Ich glaube, das ist auch so. Man denkt immer, dass irgendwann der Eekenntnishammer kommen muss und einem dann alles klar wird und sich alles ändert. Aber das ist nicht so. Der wahre Camino beginnt, wenn man Santiago erreicht und nach Hause zurückkehrt. Der Weg ist die Manifestation eines Auseinndersetzungs- und Erkenntnisprozesses und darum ist es auch so wichtig hinzuschauen, hinzuhören, hinzufühlen.
Ima Ginär will wissen: Mein Sohn will Zauberer werden. Soll ich ihn darin bestärken?
Nein, bitte geh mit ihm zu einer Familienberatungsstelle.
Andrea fragt: Du bist von so vielen Menschen umgeben, die dich mögen. Warum gibst du einem einzigen so viel Raum, der dich schlecht behandelt hat?
Ja, liebe Andrea, du hast Recht und ich weiß es nicht. Da bin ich noch im Prozess. Aber ich finde die Frage sehr gut und Pointiert. Ich muss darauf erst einmal eine Antwort finden. 🙂
Arno Nyhm merkt an: Ich finde es doof, wie du Ima Ginär geantwortet hast.
Der Junge will Zauberer werden… in jedem guten Märchen entdeckt man seine Zauberergabe oder wird als Zauberer geboren. Wer Zauberer werden will, sollte erstmal lernen Kaninchenställe zu bauen.
Teil 2 ist schon in Arbeit ^^ darin werde ich auch auf sinnvolle und sinnlose Ausrüstungsgegenstände eingehen 🙂
Aber da die Alberge um 21:30 die Türen schließt, muss ich jetzt erstmal langsam rein ^^

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