Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass ein wahrhaft unabhängiger Denker aussehen kann, wie ein Buchhalter. (Taleb, Federicos Buch)
Oh yeah, Baby, das ist understatement ^^ Federico, auch wenn Du jetzt mit den Augen rollst und Dich fragst, was ich gegen Taleb habe… ich hab nix gegen ihn ^^
Ich finde es toll, wenn er das Selbstbewusstsein hat, ein Buch voller Zitate und Lebensweisheiten zu schreiben und sich dann selbst zu adressieren, als Understatementphilosoph ^^
Eigentlich hätte er *Drop the Mic* dahinter schreiben müssen und „Peace out“
Naja… was spotte ich….
Ich frage mich aber schon, ob er es als unangenehm empfindet, wie ein Buchhalter auszusehen?
Dann müsste umgekehrt irgendwo n nackter Buchhalter in irgendjemand Fass sitzen und sich sagen „Ich muss mir immer wieder bewusst werden, dass wahrhaft unabhängige Buchhalter aussehen können wie Philosophen.“ ^^ Und statt „Drop the Mic“ stempelt er dann einfach seine Aussage und heftet sie ab…
Taleb, sorry… aber neulich hab ich noch n Spruch von Dir über Yoga und Narzissmus gepostet … sag mir bitte, wo dieser Spruch nicht narzisstisch war ^^
Apropos..kommt n Huhn zum Pastor und sagt: „Mir ist n Ei geplatzt, und…“… äh..achne… der geht anders….🤔
Egal! Doch zunächst einmal erwachte ich und musste mir mal wieder bewusst machen, dass ein wahrhaft unabhängiger Pilger morgens genau so scheiße aussieht, wie ein normaler Philosoph.
Ich muss ehrlich sagen, dass Leon mir alle Energie ausgesaugt hat, darum ab ich nix geschrieben. Es war laut, voll, teuer… ich habs nicht genossen ^^ ich genieße eher das unterwegs sein… in der Stadt hab ich mich dreckig, überfordert und fehl am Platz gefühlt.
Dementsprechend gern verließ ich Leon…ich hab auch keine Fotos gemacht oder so… und der Weg raus aus Leon und die ganze Etappe hat sich angefühlt, als wär ich energieleer… Darum bin ich nur knapp 15km gegangen, nach Villadangos del Paramos. Und da in ne Donativo-Albergue… also eine auf Spendenbasis.
Ich muss aber eh langsam machen, weil ich zu schnell war und am 8. Marita, die Hospitalera in La Faba treffen möchte und entweder noch 2 Auszeittage mache, oder eben langsam gehe…
Marita, ich freu mich auf dich 🙂
Und ich freue mich, dass auch Jonas, der Pilger, der aus Deutschland losgegangen ist und den ich in Frankreich getroffen habe, wieder unterwegs ist nach nem Schuh-Break und mittlerweile in Spanien angekommen ist… Buen Camino, Senorito!
Mir ist aufgefallen, dass kaum einer in den Herbergen mit den Hospitaleras und Leros spricht… alle reden nurnoch über sich selbst… Dabei sind es die Leras und Leros, die das streckenweise freiwillig tun, die selbst Pilgern waren und die uns ein willkommen bereiten…
Liebe Pilger: sprecht mehr mit denen…es ist spannend, was sie zu erzählen haben.
Und genau deshalb werde ich Marita am 8. So hart vollabern, dass Sie sich wünschte, ich würde mal so n Buch mit Lebensweisheiten schreiben und mal ne Viertelstunde das Maul halten..
Eine Lebensweisheit ist, dass man Katzen nicht ablecken sollte. Ich habe es probiert, es war aus mehreren Gründen nur wenig erfreulich und auch die Katze hat leise gefaucht… ich denke das ist ne sinnvollere Lebebsweisheit als die, die Herr Taleb da rausgehauen hat.
Liebe Kinder: Macht es nicht, es ist scheiße und unangenehm, aber wenn ihr wollt, leckt an eurer Katze. Es ist wichtig, eigene Erfahrungen zu machen. Wenn ihr keine Katze habt, geht zu eurem Nachbarn oder fahrt zum Tierheim und fragt, ob ihr dort mal an ner Katze lecken dürft… Auch das ist eine Erfahrung,von der ich euch abraten würde, aber macht nur…. war das pädagogisch genug?
Wenn meine Tochter an ner Katze lecken will, darf sie. 😑 Wenn die Katze will.
So… ich ging heute etwa 12km nach Hospital de Orbigo und es passierte nix… einmal hupte n Trecker… das wars… so aufregend ist mein Camino. Hupende Trecker. Ich so: „Woah krass, und dann so n Trecker,voll am hupen… und ich so ‚Ey, ich bin nur n ganz normaler Buchhalter’“






Auch die 300km Marke ist nu deutlich unterschritten. Das bedeutet, ich hab jetzt allein hier in Spanien 500 gemacht.
Ich denke viel nach über das, was sich zuhause ändern soll und nehme wahr, was ich alles kann. Ich genieße das unterwegs sein und bin dann ganz bei mir. Das kommt einem im Alltag oft abhanden. Da ist man überall… Auf der Arbeit, bei Freunden, bei Netflix, in der Xbox, beim Partner, aber nicht bei sich. Ich fühle mich hier sehr effektiv zentriert.
Und unterhalte mich viel mit Leuten über ihre Beweggründe für den Camino..
Einer geht ihn, weil es ein Wunsch seiner Toten Mutter ist, andere, um ihrem Alltag zu entkommen. Einer fühlte sich leer und orientierungslos.. jeder, der den Weg wirklich Pilgerr, schleppt sein eigenes Päckchen mit sich.. ich bin mit meinen nur bedingt weitergekommen.
Ich überlege, ob ich überhaupt einen Master und Doktor brauche? Ich würde einfach gerne etwas wertschätzendes und sinnvolles arbeiten… der Doktor ist nur fürs Ego und um mir und meinem Vater, der eh nix von mir wissen will zu beweisen, dass ich kein Idiot und Versager bin… aber es würde ihn eh nich interessieren..ich hab ihn das letzte Mal irgendwann vor 30 Jahren gesprochen… da hat er eine seiner Schülerinnen zum Abschied umarmt… mich nicht… es würde ihn nicht interessieren wenn ich nen Nobelpreis kriegen würde
Das Thema meiner Doktorarbeit die ich vorhabe ist trotzdem spannend… aber das kann ich auch so mal schreiben.
Es zu schreiben um mir zu beweisen, dass ich kein unnützer Sauerstoffverschwender bin, ist die falsche Motivation.
Ich nuss da mhr drüber nachdenken.
Aber ich hab ja auf dem Camino gelernt Entscheidungen zu treffen 🙂

In Hospital de Orbigo kam ich in ner sehr netten Herberge unter, deren Besitzer selbst Pilger war…und das merkt man auch.
Überall hier hängen Bilder.. jeder Pilger darf eines über seinen Camino malen und es ist interessant, wie unterschiedlich sie sind… jeder Camino ist einzigartig und jedes Bild ein Camino. Nice.

Der Hospitalero hieß mich willkommen, sagte ich soll relaxen… und sagte, es geht nicht darum, ne Etappe zu beenden, sonder darum Spaß zu haben.
Das muss ich mir noch mal mehr zu Herzen nehmen 🙂 Danke, Hospitalero.
Ich genieße zwar schon, aber auf der Etappe will ich dann schon von Punkt A nach Punkt B.
Ich werde das mit dem Relaxen und Spaß haben morgen mal probieren.
Ah..liebe Grüße gehen heute auch an Frau Gutekunst, die mich zurecht schalt, dass ich mich im öffentlichen Raum nicht so schlecht machen soll.. ich hatte unter meinem letzten Bild von mir geschrieben wie fett ich aussehe…und leider hatte sie recht 🙂 ja, man sollte sich im öffentlichen Raum nicht so schlecht machen. Danke dafür :)))

„Wuhn!“, sagte die Matratze und follopte ein wenig herum.
Morgen lass ich mich einfach mal treiben und gucke, wo ich ankomme. Keine Pläne.


Keine Pläne.
Außerdem Zeugs mit Kohlensäure. Yeahhhhh…
Gute N8

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