Heute ist einfach nicht viel passiert… es war neblig den ganzen Tag über und jetzt gewitterts und ich bin einfach von Punkt A nach Punkt B gelaufen und bin rückblickend froh, nicht den Streckenverlauf angeschaut zu haben.
Doch zunächst einmal erwachte ich völlig alleine um 6 Uhr und verließ geräuschlos wie ein Güterzug das Haus… ich war unterwegs und da ich mitten im Nirgendwo war, waren kaum Pilger hinter oder vor mit…und falls doch…der Nebel verbarg sie… herrlich.

Aber das war heute meine Aussicht und darum gibt es heute kaum Fotos. Und auch nur nen kurzen Blogeintrag.
Ich lief heute etwa 24km bon Villambistia nach Atapuerca, wo ich vor 5 Jahren eine fürchterliche Nacht hatte ^^
Wir erinnern uns:
Nuja….das Trauma schlummert noch immer in mir und hoffentlich schnarcht es nicht.
Ich bin heute in ner anderen Herberge, aber so schlimm wie damals wirds nicht werden.
Im Wald traf ich heute nen Apfelverkäufer, der meinte er arbeitet an nem Kunstwerk…. Doch anstatt in dieser Situation alarmiert wegzurennen, wie auch Schneewittchen es hätte tun sollen, kaufte ich einen Apfel von ihm und er erklärte mir, dass er an ner Skulptur arbeitet, die alle Arten von Pilgern darstellen soll….
So weit so verrückt….ich meine…mitten im Nebel im Eald auf nem Berg steht n Apfelverkäufer und erklärt mir seine künstlerosche Bision…Ganz ehrlich? Ich bin verrückteres gewöhnt… der Typ, der meinte, er war Biologe im Kongo und der dann sehr verrückt Orgel für mich spielte, in seiner verrückten Wohnung… ich meine…es stellte sich am Ende raus, dass er wirklich Biologe im Kongo war, aber darum ging nich…. künstlerisch veranlagte Apfelverkäufer im Wald schocken mich einfach nicht…
Laut ihm gibt es verschiedene Arten von Pilgern:
Peregrinos: Ganz normale Pilger. Etwas abgeranzt, aber freundlich und auf Pilgerfahrt.
Perrogrinos: Pilger mit Hund 🐕
Tourigrinos: Schicken ihre Rucksäcke mit Lieferservices von Etappe zu Etappe, buchen alle Herbergen im voraus, tragen Funktionskleidung und Tagesrucksäcke, sagen sie sind Pilger, glauben aber nicht an Gott und hüpfen mit teuren Trekkingstöcken über den Trail.
Partygrinos: Jung, oft in Gruppen…derzeit mit Männerdutt und Yoga-Attitüde, auf Selbsterfahrungstrip. Finden alles cool und sind laut und lustig auf dem Trail
Grumpygrinos: Sind immer am Handy
Hablogrinos…in Gruppn zwischen 2 und 4. Reden von morgens bis Abends
Klar ist das gehässig… vor allem, wenn man darüber ne Skulptur machen will… jeder geht de Weg auf sein Weise und das ist auch gut so.
Aber ich hab da schon so meine Probleme mit. Ich möchte Ruhe beim Wandern, aber es sind halt ständig Hablogrinos hinter oder vor einem und es stresst, wenn man sich anstrengen muss, einen Ruhespot zu finden ohne jemanden reden zu hören…
Es hilft ein bisschen zwischen den Etappen zu bleiben und immer ein, der zwei Dörfer weiterzugehen als die „offiziellen“ Etappen. So hat man öfter mal Ruhespots.
Aber ich gestehe, ich arbeite mich daran schon ab und diese Einteilung in Kategorien ist zwar nicht nett…aber halt irgendwie zutreffend. Und stammt auch nicht von mir.


Generell würde ich den Weg künftig eher außerhalb der Saison gehen. Dass das geht, hab ich ja schonmal bewiesen.
Morgen stünde Burgos an, aber ich belegen ob ich ne 28km Etappe mache und weiter gehe…. das entscheide ich spontan
Wie gesagt, sorry, heute n kurzer Beitrag nur.
Morgen mehr 🙂
N8
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