Tag 35: Perrogrinos und… Oh my God… WINTER IS COMING…

Wir wussten es alle.. Und bald fallen weiße Wanderer in Nordspanien ein und töten den Drachen der Thronanwärterin 😳 Oh mein Gott…

Doch zuerst einmal erwachte ich heute frühzeitig in O Cebreiro. Ich hatte eine herzliche Abneigung gegen meine 3 Mitpilger in der Herberge entwickelt… Keine Ahnung, es war einfach Antipathie von meiner Seite aus… Ohne konkreten Auslöser… Sowas habe ich selten, ab und an aber schon.

Ich schlich so ab 6:30 Uhr leise wie ein Ninja-Luchs aus dem Zimmer und war dabei so leise, dass ich mich nicht mal selbst hörte… Überraschend, ob meiner Lautlosigkeit, fand ich mich samt Gepäck vor der Tür wieder und stapfte um 7 los Richtung Tricastela. Eigentlich wollte ich noch in O Cebreiro frühstücken, da ich n Schild gesehen hab, dass es ab 7 welches gibt, doch alle Türen waren zu… Und ich war hungrig und musste noch über den Alto del Poio….

Es ist übrigens ein spannendes Abenteuer im Dunkeln, nur mit Stirnlampe über Bergpfade zu gehen… Es schneite und der Schnee glitzerte im Schein der Lampe. Das hatte was mystisches, war aber nach ner Zeit ziemlich psychedelisch. Außerdem wusste ich, dass die Hu’s und der Grinch in ner Schneeflocke leben und hoffte, nicht zu viele Miniwelten zu zerstören.

Ich kam gut vorwärts, sah aber nix, darum kann ich zu den ersten beiden Stunden nix sagen.

Es schneite immer stärker und in jedem Dorf hoffte ich ne offene Taverne zufinden… Doch ich blieb frühstückslos…

Langsam wurde es hell und das machte die Sache nicht besser… Der Winter hatte mich eingeholt und ich wusste, Schnee ist unterhalb der Schneefallgrenze Regen. Und ich musste unter die Schneefallgrenze… Und es soll die nächsten Tage auch schön durchregnen 🙂

Ich war aber erstmal krass arktische unterwegs und nutzte die Zeit für n dämliches Selfie.

Wenn ich schon den Jakobsweg im Winter gehe, will ich auch n Winterfoto… Aber auch so bot die Landschaft Reize dar.

Schönheit liegt halt im Auge des Betrachters… Ich mag Schnee.

Irgendwann ging es steil bergauf und ich wähnte oben eine Taverne… Ich quälte mich die Steilwand hinauf, immer in der Gefahr in den Tod zu stürzen (Drama), erreichte die Anhöhe, fand eine Taverne und ging hinein, wie ein Deutscher im Ausland mit Badehose und Latschen in ne Kirche….

Sie war auf! Ich frühstückte und deckte mich mit Schokolade ein, da ich noch auf den Alto del Poio musste. Nachdem ich bezahlt hatte, sagte mir der Wirt, dass ich grad auf dem Alto del Poio bin.

Frustriert aß ich die ganze Schokolade noch im Laden auf… (tat ich nicht, klingt aber gut.)

Ich freute mich, dass es nun bergab gegen würde und traf unterwegs zwei Pilger mit Hund, die mich komisch anschauen, während der Hund mich komisch anschaute und an ihnen komisch herumleckte… Ich überholte sie und ihr Hund begleitete mich etwas….

Nagut, dachte Ich, auch der Hund hat ein Recht auf Camino Spirit und grinste den beiden Typen im Vorbeigehen zu, deutete auf den Hund und sagte:“ Perrogrinos, he?“ und erntete verständnislose Blicke… Dabei war das Wortspiel genial… Ein Neoligismus aus Perro (Hund) und Peregrino (Pilger)… Pilger Hund sozusagen… Grandios… Doch… Verständnislose Blicke.. Einer fragte mich woher ich sei. Ich sagte“ Germany“ und er sagte „Ah.“, als wüsste er nun den Grund, warum ich so schlechte Witze machte…Den Grund dafür erfuhr ich erst später.

Ich rockte weiter und genoss den Schnee.

Und langsam ging es tiefer, der Schnee wurde nasser und meine angeblich Wasserdichten Schuhe auch…

Ich kam gegen 1 in der Herberge an, und wusch mal wieder Wäsche… Ich roch wie Rudi Dutschke aussah.

Später trudelten nicht nur meine 3 Antpathiefreunde in der Herberge ein, sondern auch die Perrogrinos.. Ich fragte sie wo ihr Hund sei… Sie sahen mich wieder verständnislos an und fragten mich, wo meiner sei… Ich sagte, dass ich ohne Hund pilgerte und dachte, es wäre ihrer und fand es toll, dass er n bisschen mit mir lief… Sie dachten, der Hund gehört mir und waren sauer, dass er einfach an ihnen rumleckte, ohne dass ich ihn zurückrief. Es stellte sich also raus, dass der Hund niemandem von uns gehörte und dann, ja dann endlich verstand der eine auch die Klasse und Eleganz meines Perrogrinospruchs und lächelte bemüht…

IMMERHIN!

Einer der beiden schnarcht so krass, wie ich es nie zuvor erlebt habe. Ich hab schon die Hospitalera gefragt ob Ich zur Not in der Küche schlafen kann… Ich kann.. Also alles gut.

Gesundheitlich war alles gut heute.

Morgen geht’s wieder früh los, ich muss bis 1 in Sarria sein… Es soll die ganzen nächsten Tage regnen… PoNCHOTIME

BIS DAHIN… MACHTS MAL GUT

War da noch was? Achjaaaa:

Gnihihi

Kommentare

2 Kommentare zu „Tag 35: Perrogrinos und… Oh my God… WINTER IS COMING…“

  1. Avatar von jewosreisen

    …und ich dachte schon: wo um alles in der Welt ist da ne Kneipe, wenn nicht auf dem Alto de Poio? 🤣
    Bist Du in Triacastelle?

  2. Avatar von Audrey im Wanderland

    Oh wie großartig – du setzt die 50 Shades of Peregrino-Tradition dort. Der Perrogrino fehlte neben Pussygrino, Tourigrino etc. noch 😂😂😂
    Viel Spaß ab Sarria – die letzten 100 winken. Und ich bin beruhigt, endlich mal ein Schneebild zu sehen. Der dauernde Sonnenschein lässt einen glauben, du seist auf einer Zeitreise.

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