Tag 2: Panorama ohne Drama…

Unbewusst assoziieren Wir Gemeinsamkeiten mit Freunden, Unähnlichkeiten mit Fremnden und Gegensätze mit Feinden. (Federicos Buch)

Well…okay, der Satz lässt lässt einen nachdenken. Ich frag mich, ob es so ist. Klar, Freunde sind halt schon Menschen mit denen mich was verbindet. Aber ob ich Fremde mit Unhänlichkeiten assoziiere? Das ist die Frage …. denn dann würde man das Fremde ja komplett zu einem selbst inkompatibelen Faktor machen, der auch einem selbst gegenüber eher ablehend eingestellt ist, weil er eher die Unähnlichkeiten sieht… klar… das HIER grenzt sich immer vom DA ab und muss sich definieren um zu bestehen…ich glaub das ist am Ende ein hartes Gefühlsding, wo es eher um Ängste geht als um Ratio. Meine Tochter findet derzeit alles Fremde noch spannend…hat aber auch vermittelt bekommen, dass im Fremden Abenteuer liegen 🙂

Ich muss länger darüber nachdenken…

Doch erst einmal erwachte ich und fragte mich wieso… das ist normal bei mir und ich nehme das einfach so hin.

In der Nacht.. voll albern…ich geh zur Toilette und wollte ins Bett zurückschleichen und weil es so dunkel war hab ich mich voll im Zimmer verlaufen…ich fand nicht mehr zurück…ich musste dann meinen Bettnachbar wecken, damit er Licht anmacht. Wie schlimm ist das bitte? ^^

Aber nach einem ausgiebigen Frühstück von der netten Herbergsmama Nicole, Trekkingschuhte ich in Tallode los und genoss einige Sonnenstrahlen. Es ging zwar bergauf,  aber heute flutschte es wie ein Frosch im Abflussrohr. Es war nett und ich hatte das Gefühl,  dass Camino so sein sollte…zumal ich etwas Ausrüstung zurückgelassen habe und das echt spürbar war.

Bye bye Maggi…ich werde dich vermissen

Aber alle haben das Maggi gestern probiert und fanden  es saulecker 🙂 einer sogar exzellent… hach Maggi 🥰😍

Es war halt nett und die Aussicht geil… ich folgte der Jakobsmuschel wie ein Stalker seinem Opfer.

Beim Bergabgehen schmerzten meine Füße (Zehen und Fußballen) aber derartig, dass es unnormal war..keine Ahnung warum… Die Aussicht war aber fantastisch…. Allerdings wusste ich, dass ich den Berg den ich sah, morgen hoch muss. Puuuh…450 Meter steil bergauf… das wird schlimm.

Was nervt, ist, dass die ganzen Rucksacktouristen die Herbergen schon Tage im Voraus aussuchen und buchen. So dass ich morgen nur 3km gehen kann, um noch ein Bett zu kriegen, da der Zielort ausgebucht ist bis nach Himmelfahrt… ich hatte mir vorgenommen diesen Run auf dir Herbergen nicht mitzumachen, aber zum Zelten ist es derzeit zu nass und zu kalt…  Darum muss ich heute schon gucken, wo ich in 2 Tagen schlafe… das suckt.

Saint Privat d‘ Allier entschädigt allerdings mit echt fettem Panorama

Kann man machen

In der Herberge hier traf ich Jean aus Kanada wieder,mit dem ich mich gut verstehe. Er ist Arzt und hat viel mit Natives und Inuit gearbeitet und das ist ja voll mein Thema… Natives und ich = ❤

Und das, lieber Federico,widerspricht dem Spruch eigentlich zumindest in emotionaler Hinsicht.

Ich muss mit aufgrund der Schlafplatz Situation echt was einfallen lassen…zum Zelten ist es zu kalt, zumindest mit meinem Schlafsack. Entweder treibe ich mir einen dickeren auf, oder ich muss nach conque springen, weil ab da die ganze Situation besser ist und es auch wärmer ist. Es ist verrückt, dass die Herbergen bis Conque auf 7 Tage ausgebucht sind und das macht das Caminofeeling kaputt, wenn man nur darüber nachdenkt, wo man schläft oder nicht, statt sich auf sich, den Weg und die Menschen einzulassen, die man trifft…

Ziegenkäseravioli…boah…lecker

Doch vorher gab’s n leckeres Abendessen und ein nettes Gespräch mit Jonas aus Konstanz. Er ist Schauspieler, sieht aus wie 20, ist aber 40, spricht perfekt Französisch und ist von Konstanz aus losgelassen. Und genau das sind die Begegnungen, die man sich doch wünscht.

Ich, lieber Federico, glaube nicht, dass ich Fremde eher mit Unähnlichkeiten assoziieren… dass sie sich unterscheiden, liegt im Wesen des Fremden. Die Frage ist, wie man sich emotional hinterfragt oder aufgestellt ist… Wir sind uns auch fremd…wir sind in vielen Bereichen unterschiedlich…aber die Neugier war stärker als die Bunkermentalität ^^

Ich genieße nun völlig unerwartet ein Einzelzimmer und versuche mich morgen nch Conques durchzuschlagen

Ohre Wuaaah 🙂

Kommentare

2 Kommentare zu „Tag 2: Panorama ohne Drama…“

  1. Avatar von Federico
    Federico

    Da würde ich dir Recht geben, ich suche auch bei Fremden nach Ähnlichkeiten, zumindest wenn ich mit ihnen befreundet sein will.
    Insofern ist vielleicht was dran 🤔

    Dir wünsche ich nach wie vor einen guten Camino.

    Allerliebste Grüße 🖖
    Federico

  2. Avatar von Rudolf
    Rudolf

    Das Fremde ist nur das was wir noch nicht kennen und wird durch die Neugier und (er)forschen wollen aufgelöst.

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