Die älteste Lüge der Welt. Direkt nach: „Also, die Schlange dahinten meinte, Gott hat echt nix dagegen, wenn wir die Frucht hier essen.“ Wobei ich mich frage: Warum? Alle sind fröhlich im Paradies… Die Tiere, Adam und Eva… ALLE. Warum stellt Gott n Baum mit Früchten der Erkenntnis in nen Gärten, wo alles perfekt ist, solange alle nackt und dumm sind und sagt:“ Wehe ihr esst davon!“ Eigentlich provoziert er es doch… Ich meine… Eva war fern jeder Erkenntnis, bevor sie die Frucht aß… Man hätte ihr nicht anlasten können, dass sie auf die Schlange hereinfällt… Von dummen Menschen sollte man nicht schlaue Handlungen erwarten. Abgesehen davon wäre ich stutzig geworden, wenn mir ne nackte Frau ne Frucht bringt und sagt:“ Die Schlange dahinten sagt, es ist okay die zu essen.“ Ich mein… Hallo? Und noch merkwürdiger ist es eigentlich, dass mach dem Rauswurf aus dem Paradies die Frauen fürs Kochen zuständig waren… Nach dem Malheur mit der Frucht der Erkenntnis… Ich weiß nicht… Fakt ist… Eigentlich hat Gott selbst schuld… Sorry, Gott. Stell halt keinen Baum der Erkenntnis in nen Garten und sag, es ist verboten davon zu Essen. Man braucht Erkenntnis um das zu befolgen…
Naja…aber zuerst einmal hatte ich ne scheiß Nacht hinter mir… Mr. „Ich Schnarche nur n bisschen.“ hörte sich an wie ein getunetes Auto und ich hatte Trigeminusschmerzen. Wer das kennt, weiß, was das für Freude bringt… Und die Schmerzen dauerten von 9 bis morgens um 7… Durchgehend.
Dementsprechend gerädert stand ich auf und verließ Ponferrada, nicht, ohne mir noch Ohropax zu kaufen.

Hinter Ponferrada lief ich in ne fette Nebelwand und war in ner tollen, melancholischen Parallelwelt. Ich mag Nebel.

Ich kam gut voran… Heute standen 24km nach Villafranca del Bierzo an. Das ist die einzige Station, wo noch ne Albergue aufhar, ohne dass man 35 km oder nur 10 läuft.
So langsam neigt sich mein CAMINO dem Ende zu. 8 Tage (bezw 9. Ich mach noch 1 Ruhetag) , dann ist Santiago erreicht. Dann nochmal 4 bis Finisterre inklusive Ritual, dann zurück nach Santiago und gucken wie ich heimkomme.
Ich freue mich auf Zuhause und darauf, wieder arbeiten zu gehen. Ich bin gespannt ob und wie ich mich verändert habe.
Fakt ist aber, ich weiß jetzt schon mein warmes Zuhause viel mehr zu schätzen. Nach so vielen Alberguen mit wildfremden Menschen ist ein eigenes Zimmer, ein eigenes Bett mit eigener Heizung n krass cooler Luxus auf den ich mich freue und ich werde es mir dortrichtig gemütlich machen.


Irgendwann verließ ich den Nebel und die Landschaft veränderte sich abermals. Sie wurde irgendwie mediterraner.. Keine Ahnung, wie ich das anders beschreiben soll… Ich sah sogar nen Orangenbaum.
Aber wieder mal war die Landschaft wunderschön. Eigentlich kann man auf dem Camino jeden Tag sagen: Heute erwartete mich der wohl schönste Tag auf dem Camino.


Ich meine…. Wer gerät hier nicht ins Schwärmen?



Streckenweise wurde die Landschaft so idyllisch und kitschig, dass ich mir ne Flasche Wein dazu wünschte.



Nichtsdestotrotz kam ich irgendwann in Villafranca an und bin der einzige in einer saukalten aber ungruseligen Herberge. Morgen steht mit O Cebreiro meine Angstetappe an, aber auch eine, auf die ich ich freue… Ich hab auf dem Camino so viel geschafft. Warum sollte ich den Aufstieg morgen nicht schaffen?

Ich werd heut abend Netflixen und jetzt die Nudeln essen, die ich gestern in weiser Vorraussicht gemacht habe, denn hier gibt es keine Küche. 🙂
Bis morgen denn.
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