Yeah, endlich 40! Jahre habe ich auf diesen Tag hingearbeitet und gehofft, endlich dieses Alter zu erreichen… Nicht!
Und alle so: Herzlichen Glückwunsch zum Greisenalter… Und ich so: Bitte red lauter, mein Rheuma, du verstehst?
Doch erst einmal erwachte ich überraschend und lebendig in Leon. Ich hatte dort 2 tolle und erfüllende Tage. Meine Sachen waren gepackt und ich frühstückte und brach auf….

… Und verlief mich erst mal und brauchte ne halbe Stunde um den Camino wiederzufinden. Heute standen 25km auf dem Plan und ich wollte es chillig angehen lassen. An nem gewissen Alter überlässt man die Eile der Jugend. 🙂 oh geil, ich werd ab jetzt jeden Altenwitz reißen, der mir einfällt…
Ich bin jetzt so alt, wenn ich in Spanien auf ner Bank sitze, kommen Touries um mich zu fotografieren.

Naja… Ich Stiefelte, bezw Trekkingschuhte aus der Stadt raus und finde das immer anstrengend, weil zumindest ich in Städten öfter den Camino verliere, weil zuviel Reize im mich rum sind. Ich wandere lieber in der Natur.
Ich freute mich über die vielen Glückwünsche zum Geburtstag und sag auch hier nochmal Danke. Ich denke immer, ich bin voll unbeliebt oder zumindest schwierig, aber sehe dann, wie viele Menschen doch um einen sind, die einen mögen… Das ist eine tolle Erfahrung, die ich vom Camino mitnehme… Mal netter zu mir selbst zu sein und mir einzugestehen, dass ich Freunde habe… Sogar echt tolle 🙂 Liebe Grüße an dieser Stelle.

Der Weg ging auch heute endlos an Straßen entlang und wurde bergiger. Ein Vorgeschmack auf das was kommt.
In 6 Tagen steht mit 1500 Meter meine Angstetappe bevor, da ich in St Jean ja so ne ungute Erfahrung hatte. Aber das werde ich schon rocken.

Hm… Mittlerweile fühle ich mich komplett angekommen auf dem Camino und man tauscht sich mit Leuten über die gemachten Erfahrungen aus und die Erlebnisse… Das ist cool… Ich hoffe, jeder von euch, der den Weg geht, wird coole Erfahrungen machen.
Ansonsten gärt die Wie und Warum Geschichte Hintergrund. Ich hab früher nie eigene Entscheidungen getroffen. Ich hab meine Entscheidungen immer davon abhängig gemacht, was andere gesagt haben und weil ich Angst hatte, dass andere sauer sind oder mich sanktionieren und war am Ende unglücklich und wirklich eigene Entscheidungen durchziehen mache ich erst seit nem Jahr. Der Jakobsweg war eine dieser Entscheidungen. Ich hab gesagt, ich mach das jetzt und Habs gemacht und es ist eine meiner besten Entscheidungen. Ich werde künftig öfter eigene Entscheidungen treffen. Kann sein, dass sie sich als falsch herausstellen, aber dann warens MEINE Fehler.

In der Albergue bekam ich von den Koreanern ein Fresspakete zum Geburtstag… Das war super und ne tolle Geste… Und, lieber Lucas… Du sagst, es gibt keine Fügung… Aber ich hatte grad alle meine Vorräte aufgefuttert und hatte nix mehr, da kam das Paket genau richtig… Der Camino sorgt halt für einen… Auf jeden Fall wars ne ganz tolle und rührende Geste… Dieser Camino spirit ist halt was ganz besonderes.


Ich lernte hier noch Pac kennen, einenen Lehrer aus Korea. Er trägt eine Box mit Erinnerungen an seine Ex mit sich und möchte sie auf dem Camino begraben um frei von Liebeskummer zu sein und um offen für seine neue Freundin zu sein… Hach… So bittersüß romantisch..
Zum Essen gabs ne Linsensuppe die verdächtig fischig schmeckte aber angeblich vegetarisch war. Und leckere Veggiebratlinge… Endlich mal wieder… Oh mit einer Käsesauce… Hammer! Mega gut… Aber es heißt immer, es ist so schwer vegetarisch auf dem Camino zu sein… Auf der einen Seite versteh ich das.. Wenn du in ner Taverne way ohne Fleisch bestellst, kriegst du Fisch und oft gibt’s nichts ohne Tier… Ist so… Aber jedes Mal wenn ich n Pilgermenue hatte, gabs anständig vegetarisches Essen… Bis auf die Bohnensuppe…. Also vegetarisch geht.




Morgen geht’s nach Astorga… Das Ende rückt jetzt immer näher 🙂 ich freu mich. Es ist zwar ne geile Zeit, aber ich freu mich auch auf Zuhause und darauf zu schauen, wie ich mich verändert habe.
Ich wünsche euch noch nen tollen Abend… Bis dann
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