Ich erinnere mich an die Szene im Hobbit, in der Bilbo sich entscheidet, die Zwerge dabei zu unterstützen, ihren Berg von einem feuerspeienden Drachen zurückzuerobern. Bilbo rannte barfuß und mit nem megakleinen Rucksack los. Ich glaube, er sprang über ein Schwein und rief: „Ich ziehe in ein Abenteuer.“

Würde ich das tun, würde man mich vermutlich in die nächste Psychiatrie einweisen, aber trotzdem offenbart die Szene die zwei unterschiedlichen Reisetypen… Es gibt die Bilbo Beutlins, die Barfuß, mit nem kleinen Rucksack über n Schwein hüpfen und einfach drauflosreisen …. und es gibt mich 😀 Wenn ich mal 3 Tage wo hin fahre, begleiten mich gefühlt 20 Sherpas, die kistenweise Ausrüstung tragen, damit man ja für alle Eventualitäten gerüstet ist. Während Bilbo Beutlin improvisiert um die Zwerge vor den Trollen zu retten, hätte ich vermutlich irgendwo ein Troll-Abwehrspray dabei.
Das ist an sich cool, wenn man Sherpas hat… aber ich bin ein armer Sozialpädagoge. Ich hab grade mal ein Fahrrad 😀 Also muss ich mich irgendwie reduzieren. Immerhin habe ich vor, 800 Kilometer zu Fuß zu gehen. Erfahrene Pilger sagen: „10% des Körpergewichts in den Rucksack. Im Winter und wenn man Zeltet, dementsprechend natürlich mehr. Allerdings sollte man 20 Kilo nicht überschreiten.“ Das ist das schlimmste, was passieren kann ^^. 20 Kilo??? Das wiegt ja alleine schon meine Troll-Abwehr-Ausrüstung. Und wenn ich die nicht mitnehme, kann man sich sicher sein, dass einen sofort nach 100 Metern irgendwo Trolle auflauern.
Ich muss also leichter werden und schauen, dass ich nur mitnehme, was wichtig ist. Und da ich gerade mit ner fiesen Männergrippe (Testament ist gemacht) im Bett liege und wirklich mitleiderregend huste, dachte ich, ich werde die nächsten Blogeinträge mal dem Thema Ausrüstung widmen. LIEBE MITLESER: Bitte kommentiert gerne eure Erfahrungen, Fragen und Anmerkungen 🙂 Ihr könnt diese ganze Sache hier nur bereichern und ich finde es toll, dass ihr dabei seid. Und by the Way: Ich werde viel über Raer reden, dem Militärshop… Ich krieg da weder Prozente, noch arbeite ich für die. Ich habe nur einfach viel Ausrüstung da gekauft und möchte beschreiben, wie ich die Finde. Die meisten Artikel findet man natürlich auch in anderen Armyshops und manchmal auch Läden wie Karstadt Sports, Gloetrotter, Backpackers usw.
Grundsätzlich nehme ich mit:
- Rucksack (Deuter ACT Zero 60+ 10) [Dazu schreibe ich gleich was]
- Schuhe: MFH Tactical Boots [Dazu schreibe ich auch gleich was]
- Schlafsack: Holländischer Modularschlafsack Defense B
- Trekkingsocken aus dem Armeeshop (5 Euro das Paar)
- Ein noch nicht gekauftes Tarp mit Unterlegplane
- 2 Paar Funktionsunterwäsche
- Klamotten eh
- 1 Paar Flip-Flops (Oder Schleif-Schleifs, denn bei mir Flipfloppen die nie)
- Kosmetiksachen und Medis [Dazu komme ich in einem anderen Beitrag]
- Powerbank
- Stirnlampe
- Gaskocher und Kochsachen
- Jacke [Die habe ich noch nicht, auch was für nen künftigen Beitrag eigentlich]
- n Poncho… aber nicht so nen Mexikanischen 😀 Haha…
- So Kram halt….
- Nen Klappspaten und ein geliehenes Zelt
- Trekkingstöcke [Auch ein interessantes Thema]
- Und alles, was ich noch vergessen habe.
Bilbo Beutlin würde verächtlich lachen, wenn er das lesen würde. Und ich würde ihn anschauen und denken „Lach nur, immerhin bin ich nicht Barfuß“.
Aber heute wollte ich mich mit 3 sehr wichtigen Sachen beschäftigen: Schuhen, Rucksäcken und Schlafsäcken.!!!
Schuhe: Was ich bei der Planung im Vorfeld gelernt habe ist: Frag 3 Pilger und du kriegst 3 Antworten und alle wünschen dir am Ende „Buen Camino“ und du bist so schlau wie vorher auch. Jeder Mensch ist natürlich unterschiedlich und individuell. Während der eine barfuß losgeht, braucht der andere Highendmegafunktionsschuhe. Ich habe in einem Blog gelesen, dass einer in Sneakern losgegangen ist… Aber der hatte nach nem Tag auch Blasen an den Füßen!!! Das will ich aber vermeiden und habe mich in Foren schlaugemacht, Blogs gelesen, Freunde gefragt, das Internet durchforstet und war am Ende auch nicht schlauer. Ich weiß, da man durch die Pyrenäen geht und generell lange unterwegs ist, dass man einfach gute Trekkingschuhe braucht. Aber welche… Es gibt welche bei Amazon für 20 und im Fachgeschäft für 270 und alle behaupten, dass die Schuhe cool sind.
Ich kann mich da also nicht auf andere verlassen, sondern muss meine Eigene Wahl treffen und da ich im wahren Leben zwar ne Dramaqueen bin, aber in Gedanken so n Survivaltyp wie John Rambo, der durch den Dschungel zieht mit ner Machete und alles kaputt-slayt, bin ich erstmal zu (Ja, ich mache jetzt Werbung, wenn man so will) Raer gegangen. Das ist eigentlich hier in der Region Hannover der größte Militaryshop. Natürlich gibts die Schuhe auch in anderen Shops, da könnt ihr einfach mal schauen, wenn ihr wollt. 🙂

https://www.raeer.com/shopexd.asp?id=43204
Ich fand die Schuhe von Aussehen her cool und sie wurden als Wasserdicht beschrieben und ganz ehrlich… wo „tactical“ beisteht…das kann doch nicht schlecht sein 😀 Hahaha… Ich habe natürlich in anderen Läden auch andere Schuhe angeschaut aber letztlich bin ich bei denen hängengeblieben, da mir die Verkäuferin erzählt hat, dass die auch wirklich vom Militär benutzt werden und ihr die Kunden erzählt haben, dass sie gute Erfahrungen damit gemacht haben. Sie sind wasserdicht und da ich im Winter losziehe, ist das wichtig. Außerdem sind sie atmungsaktiv. Und erschwinglich mit 64 Euro. Naja.. Das Hauptargument zum Kauf war, dass sie sagte, ich kann sie zurückgeben, wenn sie doof sind. Ich bestellte sie mir also. (Wichtiger Fact beim Schuhekaufen… wenn ihr Trekken geht, kauft eure Schuhe größer, denn wenn ihr lange geht, werden eure Füße größer und das könnte Blasen geben, wenn die Schuhe zu klein sind… zumindest haben wir das dann mit Bilbo Beutlin gemeinsam).
Die Schuhe kamen einen Tag später, ich zog sie an und war echt angenehm überrascht.
Man soll ja so lange wie möglich vorher die Schuhe einlaufen, damit man keine Blasen kriegt, wenn man unterwegs ist. Ich hatte aber bei den Schuhen von Anfang an das Gefühl… Einlaufen muss man da nix… Man geht unfassbar weich und rund, der Schuh trägt sich angenehm und das Laufen fühlt sich echt gut an. Bei anderen Schuhen fühlt man die härte der Straße und so aber in den Schuhen ist man gepolstert und behütet und die Füße sind warm. Ich bin da echt positiv überrascht. Die Schuhe sind von innen gut gepolstert und für den Preis echt ein Glückskauf. Ich laufe seitdem sehr viel damit und es macht wirklich Spaß zu gehen. Man geht weich und kann sich aufs Gehen konzentrieren, ohne dass man immer auf seine Fuße achtet. Natürlich wird sich erst im Laufe der Reise herausstellen, was sie können. Ich persönlich würde sie erstmal empfehlen, aber natürlich solltet ihr da auf eure Füße hören. Was sind denn eure Lieblingsschuhe zum Trekken?
Einen Negativpunkt gibt es jedoch ^^: Wenn die Sohle nass ist, klingt man wie Spongebob, wenn man durch die Wohnung läuft.
Rucksack: Ja, die Sache mit dem Rucksack ist ähnlich, wie die mit den Schuhen. Ich habe in verschiedenen Foren dazu Threads angestoßen und die Diskussionen eskalierten explosionsartig und werden noch heute geführt. 😀 Letztlich muss jeder den Rucksack finden, der ihm gut passt. Es gibt auch da welche, die man bei Amazon für 20 kriegt und welche bis 500 in einschlägigen Shops wie „Campz“, „Bergzeit“, „Globettroter“ usw… Schaut einfach … kleiner Tip: Wenn ihr im Internet kaufen solltet, dann schaut bei Groupon oder so, ob ihr Rabattcodes findet. 10% sind 10% 😉 Ich habe mich für folgenden Rucksack entschieden:

Spricht man mit Leuten sind die Meinungen echt unterschiedlich… einige schwören auf Highend Produkte mit dem neusten Chichi, andere packen sich n Wurstbrot in ne Alditüte und los gehts. 😀 Einige sagen, man sollte nur im Laden kaufen, andere kaufen im Internet… Ich habe da den Mittelweg gewählt und habe im Laden ausprobiert und im Internet gekauft. Wichtig bei Rucksäcken ist, dass man die Rückengurte und Schultergurte individuell auf seinen Rücken einstellen kann und die Flossen (diese Dinger unten) oben auf euren Hüften aufliegen 😀 Das entlastet das den Rücken und verlagert das Gewicht. Ebenso soll man beim Packen darauf achten, dass die schweren Sachen (Tresore, Brennholz, Steine, Altmetall) möglichst weit unten gepackt werden, damit der Schwerpunkt weiter unten ist und auf die Hüften verteilt wird. Zumindest wurde mir das so erklärt. Ich ging also los, zu Raer, zu Karstadt Sports, zu Backpacker und alle wollten mir das neueste vom neuesten und das teuerste vom teuren andrehen und wieder mal gab es tausend Meinungen zu einer Frage. Entnervt fragte ich den Verkäufer bei Backpackers, ob der Rucksack auch einen Sprung über ein Schwein aushalten würde. Der Verkäufer kannte den Kontext zu dem Witz aber nicht und sah mich verständnislos an. Vielleicht sollte ich mir am besten das Geld für einen Rucksack sparen und mir stattdessen lieber einige Sherpas mieten. Immerhin müsste ich auch durch die Berge….
Doch ich war im Survivalmodus, ging nach Hause und bestellte mir diesen Rucksack für 80 Euro bei Ebay Kleinanzeigen. Leider ist er bisher noch nicht da, darum kann ich kaum etwas näheres dazu sagen. Aber ich denke, grundsätzlich macht man mit nem Deuter nix falsch und warum sollte man sich nicht auch mal was gebrauchtes bei Ebay kaufen? Ich plauderte nett mit dem Vorbesitzer und fiel dabei ungünstig aus dem Bett, weil ich mich doof gedreht hatte… Er sagte, zum Trekken ist der Rucksack gut, er hat sich bewährt, ist strapazierfähig und es passt alles rein, was rein soll 🙂 Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wenn er da ist. 😀 (Wichtig…er hat Schlaufen und so.. ich finde, wo Schlaufen dran sind… das kann nicht schlecht sein)
Schlafsack: Meinen Schlafsack kaufte ich wieder bei Raer. Ich finde, was Soldaten in der Wildnis überleben lässt, lässt auch mich in Spanien überleben. Ich habe zwar keine Spezialausbildung in Sachen Kampf und überleben, aber bin ausgestattet mit ein bisschen positiver Einstellung und glaube, es wird schon gutgehen und man ist in Spanien, nicht in der Artkis… Es wird unterwegs auch Shops geben, wenn der Schlafsack scheiße ist.

Holländer sind zwar ein wunderliches Völkchen und besser bekannt für Pudding und Schnittblumen als für krasse Survivalaction, aber der Rucksack klang einfach gut. Ich bin 196 cm und der Schlafsack ist 220 cm und hält bis -26Grad. So kalt wirds da schon nicht werden. Und wenn doch, zünde ich den Schlafsack einfach an 😀 Naja…das war ein Witz… nicht mein bester, aber immerhin… Ich habe vor zu zelten, darum ist mir ein Schlafsack für Minusgrade wichtig. Ich will bewusst auf Luxus verzichten und darum ist neben Schuhen und dem Rucksack, der Schlafsack sicher das wichtigste. Der Schlafsack, Plus ein Tarpsack und ner Isomatte/Schlafsackplane…da sollte schon was gehen. Letztlich wird mans ja doch erst erfahren, wenn man unterwegs ist. Der Schlafsack fühlt sich flauschig an, ist nicht schwer, allerdings voluminös… aber ich hab ja nen großen Rucksack. Wenn der Schlafsack da ist, werde ich ihn im Garten testen und ihr kriegt natürlich dann n Update 😀
Was findet ihr wichtig zum Thema Schuhe, Rucksäcke und Schlafsäcke? Habt ihr Fragen? Anmerkungen? Lasst Kommentare da 🙂
Ich werde nun aber todkrank und vergrippt mir nen krassen Pudding kochen… Geilomat 😀 Schönen Abend euch 🙂
Schreibe einen Kommentar