
Was die Guardia Civil damit zu tun hatte, erzähle ich später…
Unsere Nacht in der wunderlichen Albergue endete nach Schnarchattacken eines Mitpilgers um 7. Ich konnte komischerweise gut schlafen. Obwohl ich sonst eher in fremden Betten nie schlafe. Aber die Nacht war Bueno.
Beschwingt startete ich mit Huang, einer halb chinesischen, halb Afrikanischen, tätowieren japanisch ausgerichteten Köchin bei bestem Regenwetter auf die erste Etappe von St Jean de Pied de Port nach Roncesvalles..
Ich war für Regenwetter natürlich ausgerüstet – dachte ich. Doch nach 5 km war ich komplett nass… Dennoch war es eine schöne Wanderung soweit. Die Landschaft war echt toll…



Also landschaftlich echt schön ein Hingucker. Wenn nur der Regen nicht wär.. Aber wenn es regnen soll, regnet es.. Tapfer lief ich weiter und die erste Hälfte war ein machbares Auf und Ab. Aber Km8 ging es dann nurnoch Bergauf. Und ich hatte noch bergauf und ich hatte noch 20 vor mir. Jetzt rächte sich das Gepäck meines Rucksacks und ich bin vorher nie soweit gewandert und war dabei auch nicht nass… Ich war aber guten Mutes, denn ich dachte mir, dass es schon ein Ende haben würde.
Weit gefehlt, denn nun würden die Berge höher und das Wetter kälter und ich war immernoch komplett nass.
Ich hab dann ab der Hälfte ne Pause gemacht, aber ab Km 20 floss jede Kraft aus mir heraus… Es wurde immer höher und gemein war folgendes: du guckst den Berg hoch und siehst 20 Meter über dir die Straße laufen und weißt, da musst du rauf…. Ätzend… Ich konnte einfach nicht mehr, mir war kalt, es regnete und stürmte und ich kämpfte wirklich… Echt… Ich hab gekämpft… Aber irgendwann kam bei mir der Punkt wo mein Körper sagte: ist gut jetzt…




Ich überlegte mein Tarp aufzustellen, aber dann kam das Gewitter und der Hagelstzrm und ich stand einfach völlig fertig da und sah auf die Straße über mir und wusste: das packst du nicht…
Aber der Camino gibt einem immer was man braucht… Die Guardia Civil kam und sagte ich kann nicht weitergehen und auch nicht zelten… Ich konnte eh nix mehr… Ich war zu kaputt… Sie riefen mir ein Taxi, dass mich die letzten Km fuhr… Und als ich sah, wie hoch das noch war, war ich heilfroh… Ich schleppte mich in die Albergue und war so kaputt dass ich einfach im Flur liege blieb… Bis der Obermönch meinte, dass das so nicht geht… Also schleppte ich mich ins Bett…die Albergue ist in nem Kloster und ich bin in n EM netten, internationalen 14 Bett Zimmer..
Andere Leute kamen heulend an.. Oder fluchten wenigstens… Die Etappe war wirklich… Schlimm ^^ nicht nur für mich…
Aber irgendwann wurde es besser und ich ging mit Leuten ein Pilger Menü essen.. Gab es sogar in Veggie.

Jetzt werde ich gnadenlos meinen Rucksack aussortieren und dann meine Sachen trocken und pennen…
Ab sofort hör ich besser auf mich.
Was für ein Tag.
Schreibe einen Kommentar