Dieser Tag hatte wirklich alles…Füchse, Umarmungen und Pizza… und darum muss Taleb heute zurückstecken. ^^
Doch zunächst einmal erwachte ich und es war 4 Uhr. Es gab keinen Grund dafür, ich war ausgeruht, gechillt, alles war cool… dir Herberge war toll und das Bett Bequem… ich war halt einfach wach und entschloss nach einer Stunde höflichem liegenbleiben, einfach loszurocken nach Santiago ;)))
Letzte Etappe… yeaahhh
Ich hatte vorgepackt und glitt raubkatzengleich aus dem Bett…immer horchend, ob die Pilger mich bemerken… alle meine Sinne waren gespannt… ich war im Jagdmodus…ein unerbittlicher Räuber der Nacht….
Ich schnappte meinen Rucksack und durchquerte den Schlafsaal wie ein Hundepups…geräuschlos und tödlich… wenn man mich wahrnahm war es längst zu spät..
Um 5:45 war ich unterwegs… die letzten 10km nach Santiago. Es fühlte sich gut an anzukommen und zu gehen ^^

Irgendwann bellte es neben mir aber höhenverschoben… es bellte irgendwie von unten nach oben und das sollte nicht das meekwürdigste bleiben.
Ich drehte mich erschrocken um und ein Hund war beim Bellen so merkwürdig auf nen Zaun gesprungen, dass er nicht mehr runterkam…. ich fand, wer so dumm Einbrecher verjagt, sollte auch so von seinem Besitzer gefunden werden und zog weiter…
Doch dann…. (dramatische Musik, vielleicht Donner)… schlich vor mir ein Fuchs über die Straße…. jaja… ich weiß… „ich hab heute nen Fuchs auf dem Weg zur Arbeit gesehen!“ -„Woher weißt du dass er auf dem Weg zur Arbeit war??
Naja ich sang mein übliches, sinnloses Lied, dass ich auch immer singe, wenn ich Katzen sehe… es hat immer nen wechselnden Text… wie zum Beispiel: “ Eine Katze, lalala-la, sitzt am Feldweg und rennt weg wenn sie mich sieht… Katze, Katze, Katzeeeeeee“ und dann rennt sie Katze meistens weg… also Lyrik auf Weltniveau
Und ich sing so den Song nur mit Füchsen, da rennt der Fuchs auf einmal einfach auf mich zu.. ich denk so: „Beim Teutates, der will dich beißen.“… ich hatte jetzt keine Angst, es war ein Fuchs, aber es war merkwürdig… ich verscheuchte ihn, aber er kam wieder auf mich zu…umkreiste mich…schlich sich an,lief mir nach.
Ich fand das halt creepy, weil es kein Wildtierverhalten ist, wenn Wildtiere die Nähe von Menschen suchen… und der Fuchs war einfach strange… und weil ich keinen Bock auf Tollwut hatte, griff ich den Fuchs zurück an um ihn zu verscheuchen und schaffte es auch nach 10 Minuten… aber das ganze war merkwürdig.
Aaaaber ich wundere mich auf dem camino nicht und bald schon kam Santiago in Sicht und ich freute mich aufs Ankommen.


Ich ging, statt zur Kathedrale zuerst zum Pilgerbüro , weil ich die Compostela wollte, bevor ich den Camino beendete und da ich bereits um 8 in Santiago war, war ich der 4. In der Schlange…
Das ist in sofern interessant, weil die ersten 10 einen Gutschein für einen kostenlosen Lunch bekamen ^^

Und dann bekam ich meine Compostela…die Pilgerurkunde und die Urkunde über die gegangenen Kilometer und ich muss sagen, kamen mir schon die Tränen.
Ich hab den Camino schonmal gemacht…aber dieses mal war anders, länger, weiter….keine Ahnung…jeder camino ist anders…und ich nahm dankbar die Urkunde entgegen


Danach ging es zur Kathedrale, wo es für mich genau so emotional weiterging… ich war angekommen und schloss diesen Camino mit sehr gutem Gefühl ab ^^



Es war schön, die anderen Pilger beim ankommen zu beobachten und zu sehen wie geschafft und glücklich sie waren.
Ich traf einige Leute wieder und man umarmte und beglückwünschte sich…sehr emotionale Momente ^^
Dann traf ich auch meine Australier wieder und verabredete mich für später mit ihnen….
Irgendwiehatte ich ständig auch Wein und Bier in der Hand ^^ bin ganz tüdelig ^^

Doch erstmal ging ich den Pilgerlunch essen, in diesem Nobelhotel bei der Kathedrale…









Der Camino schien mir dieses Jahr einen wirklich coolen Abschied bereiten zu wollen ^^
Später traf ich mich dann mit meinen Australiern wieder zum Bierchen (es wurden mindestens 5) und immer kamen neue Leute dazu ^^

Es war ein feuchtfröhlicher, lustiger Umtrunk ^^ Und es ist einfach auch mega okay, das Ankommen in Santiago zu feiern. Wir haben uns mindestens 100, die meisten 800 und ich 1150 (aber laut Schrittzähler 1249…vermutlich wegen den nebenbeiwegen in den Städten und Dörfern) durch Berge, Regen, Hitze, Gestrüpp, Matsch, Steigungen und Abstiege geschlagen… wir hatten Schmerzen Blasen, waren müde, kaputt…wir haben uns mit Gott und uns selbst auseinandergesetzt und eine superlange Pilgerreise absolviert…das darf man feiern. Und das haben wir 🙂
Eigentlich hatte ich ja vor, morgen dann nach Finisterre zu fahren für 2 Tage, Mittwoch nach Santiago zurück und Donnerstag nach Hause, aaaaaaber in unserer Abschiedsrunde hatte jemand (500 Euro) an die Kathedrahle gezahlt, damit morgen der berühmte Weihrauchkessel geschwungen wird und …ey… das ist eh nur so selten und darum entschied ich mich, nur einen Tag nach Finisterra zu fahren, am Dienstag, morgen hierzubleiben und die Zeremonie zu sehen und verlängerte hier in der Herberge eine Nacht…
Ich bin echt jetzt im Urlaubsfeeling 🙂 Echt ein rundum toller Tag 🙂
Und was gehört zum Urlaub dazu?
Richtig:

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