Für die Antifragilen ist ein Irrtum eine Information; für den Fragilen ist ein Irrtum ein Irrtum. (Federicos Buch)
… okay, an dieser Stelle beginnt zumindest mein Nichtwissen und dementsprechend der Umgang damit. Ich hab keine Ahnung was ein Antifragiler ist oder ein Fragiler in diesem Kontext… vielleicht weiß es ja einer von euch?
… Doch erst einmal erwachte ich gleich zweimal, denn an einem Tag hatte ich einfach kein Internet. Aber nach der Odysee bei diesem Hippie war mit mir auch nicht mehr so viel anzufangen. Ich lief deshalb durch schöne Landschaften und immer gleiche Hügel…hoch…und runter… ich hatte auch keine Fotos gemacht, weil ich seit Tagen schöne Landschaften habe. Es ging von Decazville nach Le Terly mit Rucksack, der sich letztlich doch als 22 Kilo (mit Wasser) rausstellte. Das ist zuviel. Ich muss dringend Zeug nach Hause schicken. Ich hab aber garnicht so viel. Keine Ahnung was davon noch weg kann.

Ich muss ehrlich sagen, so schön der Weg auch ist, so sehr beutelt es mich auch. Die Blasen tun weh, meine Zehen brennen und ich weiß nicht warum, ich miefe und komme nur im Schneckentempo voran… irgendwas mache ich falsch und weiß nicht was.
Le Terly stellte sich als kleine Oase heraus. Ein Paradies im Grünen mit einer netten Hospitalera, die fantastisch kochte. Vegetarisches essen ist hier übrigens entweder sehr gut oder sehr schlecht. Ein zwischending gibt es anscheinend nicht.


Ich wollte mein Zelt eigentlich unter nem Baum aufstellen, da meine App Regen ansagte. Dir Hospitalera sagte aber es würde keinen geben. Pünktlich um 9 goss es dann in Strömen und mein Zelt war nass.



Ich hatte heute Figeac als Ziel und wollte eigentlich zelten. Doch es ist auch weiterhin Regen angesagt und mit nassem Zelt im Regen zelten ist nicht so cool.
Auf dem Weg im Regen schmerzten meine Füße wie Sau und ich musste gleich, dass ich zu meinen zwei Blasen noch zwei weitete bekommen hatte….UND ICH WEIß NICHT WIESOOOOOOOO. Ich hab Trekkingschuhe ich hab Trekkingsocken…ich jogge nicht sondern gehe….ich weiß nicht was ich falsch mache, aber der Caminogott will mir erwas sagen. Ich bin jedenfalls offen für seine Messages. Er muss sie nur geben.
Ich humpelte also mit letzter Kraft nach Figeac und hatte so Bock auf Pizza, dass ich fast heulen musste, als ich eine Pizzeria fand….ich wollte grad bestellen, als man mir sagte, dass der Koch verschwunden ist…. das war eine der schlimmsten Dinge, die ich je gehört hatte.
Ich ging in eine Gite auf Dpendenvadis und landete un einem Karmeliertinnenkloster.


Die Hospitaleras sind supernett, sprechen allerdings kein Englisch und eine von ihnen ist Krankenschwester und verarztete liebevoll meine Blasen. Eine ist noch nicht geöffnet…
Ich bin sehr Dankbar für diese Engel. Sie machen das Ehrenamtlich und ermöglichen mir damit meine Pilgerreise. Danke!
🥰🧡
Ich gehe nun früh ins Bett. Evtl darf ich morgen noch hierbleiben. Dann gehe ich zur Apotheke, in den Waschsalon, schicke Dinge nach Hause und esse Pizza.
Generell krieg ich kaum was süßes runter. Dafür hab ich aber einen krassen Heißhunger auf Chips. Und nach diesem Tag hab ich einfach mal ne ganze Tüte gegessen…
Was esnoch zu sage gibt ist, dass das Miteinander hier auf dem Camino echt gut ist… man tauscht sich aus und redet. Mit Händen, Füßen und ChatGpt. Aber wenn nur Franzosen da sind, ist man einfach raus aus dem Gespräch. Das kenn ich so von mir und uns in Deutschland nicht. Wir versuchen andere immer mit ins Gespräch einzubeziehen.
Tja, bleibt mir nur euch gute Nacht zu sagen. Grüße gehen raus an: Dich 🙂

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