Es ist leichter (unfreiwillig) querzuhandeln, als )vorsätzlich) querzudenken. (Federicos Buch)
Alle jetzt sicher so… „Uhhhh, Querdenker!“. Letztlich ist das mittlerweile aber ein ideologisch aufgeladenen, rethorischer Kampfbegriff. Ich erinnere mich an Zeiten, wo das ein Kompliment war.
…Doch zuerst einmal erwachte ich und stellte fest, dass ein Mann neben mir im Bett lag. Ich war überrascht, er nicht, denn er hatte sich dazugelegt. Es war Jean, der Kanadier. Ich fragte ihn seit wann er da ist und er meinte „Seit 20 Minuten. Mein Zimmernachbar schnarcht so.“ Dann stand er auf und ging. Ich fragte ihn warum. Er meinte, weil er nun nicht mehr schlafen könne.
Nun, ich nehme das einfach mal hin und genoss ein Frühstück. Generell mag ich diese französische Käsesitte ja sehr. Und ein Menue besteht auch immer aus Vorspeise, Hauptspeise, Käse und Dessert… kann man machen 🙂

Dann machte ich mich auf die Trekkingsocken, um der Schlafplatzsituation zu entfliehen und per Bus nach Conques zu fahren. Es ging vorbei an krassen Landschaften und der Bus fuhr die Pauschaltouristenpilger, die Ihre Unterkünfte schon Wochen im Voraus gebucht hatten, zu Ihren Pilgerherbergen, während ich dem ausweichen musste, da ich keinen Schlafplatz bekam.. dabei wollte ich richtig pilgern… aber was bedeutet da schon richtig?






Es gab auch echt so ne Südamerika-Höllenstraßensituation, als wir an nem Abhang auf ner megaengen Straße auf einmal nem Trecker gegenüber standen und der zwängte sich vorbei. Ich hatte echt Angst, er kippt…als er vorbei war, hatte der Bus sich festgefahren und schlingerte bedrohlich auf den Abhang zu.
Aber ich kam in Conques heile an und hatte wieder mal die richtige Entscheidung getroffen, denn Conques ist nicht nur krass schön und völlig zu Recht Weltkulturerbe, sondern auch ein spirituelles Zentrum mit Kathedrale und Kloster mit Mönchen… der ganze Ort hatte was spirituelles…krass.






Da heute Himmelfahrt war, gab es feierliche Gottesdienste
Ich bekam ein Bett im Kloster und dachte den Tag über viel darüber nach, warum ich in Kirchen nichts fühle… Ganz ehrlich..ich bin sauspirituell und gläubig, aber ich fühle in Kirchen nichts, auch wenn ich es immer wieder versuche… diese Bibeltexte sind zu fern von meiner emotionalen Lebenswirklichkeit. Damit hadere ich schon.
Albernerweise, je mehr ich in die Freimaurerei abtauche, destomehr kriege ich ein Gefühl von Spiritualität, Transzendenz und Licht… genau das, was ich in der Kirche vermisse. Ich glaube, die Maurerei macht mich viel spiritueller. Auch wenn sie natürlich keine Religion ist.
Doch der Camino wäre nicht der Camino, wenn er dazu nicht ne eigene Meinung hätte.
Deshalb kam ein Mönch auf mich zu und bat mich bei der Pilgersegnung einen Vers des Johannisevangeliums auf Deutsch vorzulesen. Vor voller Kathedrale. Und das war wirklich ein berührende Gottesdienst. Mit singenden Mönchen, betenden und knieenden Menschen und so… und ja… da hab ich echt was gefühlt. Das erste Mal… krass… das hatte gesessen. Ich bekam zum Dank das Matthäusevangelium geschenkt und werde mal checken über den Weg, was es mir zu sagen hat… aber…lieber Camino… Danke 😉

Was den Spruch angeht… Wer mich kennt, ne…der kennt auch meine Neigung zu Fettnäpfchen, Albernheiten und absurden Situationen. Querschießen ist halt leichter, weil es oft aus Versehen passiert. Denken ist ja ein bewusster Akt, der Anstrengung voraussetzt..oder was denkst du Federico?
Ich geh Ins Bett. Der Tag war Krass…. achja, mein Rucksack wiegt mit Wasser 18 Kilo…damit kann ich arbeiten
War da noch was? Achja:
Ne Frau kommt nach Hause und sagt: “ Ich hab heute nen Fuchs auf dem Weg zur Arbeit gesehen.“ Sagt ihr Mann: “ Woher willst du wissen, dass er auf dem Weg zur Arbeit war?“
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