
Der Camino ist schon was besonderes… Wenn man sich auf ihn einlässt, spricht er mit einem, und wenn man den Kopf hinhält, um zu lauschen, kann es sein, dass er auch mal mit nem Vorschlaghammer zuhaut.
So geschehen heute. Ich bin gestern in Santo Domingo abgestiegen, weil die Albergue in Granon, von der mir der Hospitaleros in Najera erzählt hatte, telefonisch nicht antwortete. Ich hatte aber gehört, dass gestern dort Leute abgestiegen waren und überlegte, dort heute vielleicht hinzugehen.
Heute Morgen, nach durchschnarcgter Nacht, entschied ich mich tatsächlich dazu u d Es sollte wirklich meine beste Entscheidung des bisherigen Caminos werden.
Ich musste nur 6 Kilometer laufen und kam schon um 10 dort an. Die Herberge selbst ist in einer uralten Kirche aus dem 14. Jahrhundert und schon allein deshalb total urig.

Ich ging rein und traf die beiden amerikanischen Hositaleris beim putzen. Sie hießen mich sofort willkommen und fragten, ob ich über Nacht bleiben will. Ich sagte ja und half beim putzen, ohne es zu sollen.
Die Herberge selbst ist sau gemütlich.



Es sollte der intensivste Tag meines Caminos werden.
Die Hospitaleros sind den Camino selbst gegangen und es entstanden sofort tiefe und intensive Gespräche über den Camino. Es fühlte sich an, als wäre ich schon seit ner Ewigkeit da und ich war absolut tiefenenspannt. Wie in den Häusern der Heilung im Herrn der Ringe.
Ich glaub, ich bin noch nie so angekommen und zur Ruhe gekommen.
Es kamen noch 3 andere Pilger und wir bereiteten zusammen das Abendessen. Vor. Danach gab es eine Messe in der Kirche.


Ich verstand natürlich nada von der Messe, doch dann bat der Priester uns Pilger nach vorne und segnete uns und die Gemeinde betete für uns. Was für ein. Krasser Augenblick. Mir wurde Schlagartig bewusst, was für eine tiefe Bedeutung das für andere hat, was ich tue und dass es was tieferes ist als einfach eine Fernwanderung. Sondern, dass es ein spiritueller und für die Dorfbewohner auch religiöser Akt ist. Das traf mich tief und unvorbereitet und passte zu diesem Tag.
Später gab es noch eine sehr intensive und bewegende Meditation. Für alle, die den Camino noch gehen wollen, will ich da nichts vorwegnehmen, darum gehe ich nicht ins Detail aber. Mich hat es so gecatcht, dass ich fremde Leute umarmt habe und wer mich kennt, Weiss, dass das eher nicht so meins ist…


Jeanette, einer der Hospitaleros sagte später, das erste Drittel des CAMINO ist für den Körper, das zweite für den Geist, das dritte für den spirit.
Das jedenfalls war heute ein krasses, tiefes und einschneidende Erlebnis und ich werde nun noch mehr MEINEN Weg gehen. Wer jemals den Camino geht, der sollte hier stoppen. Ich muss das erstmal sacken lassen. Das war zu krass heute… Morgen dazu mehr…
Sorry für den kurzen Eintrag.

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