{"id":706,"date":"2019-01-23T21:53:45","date_gmt":"2019-01-23T19:53:45","guid":{"rendered":"https:\/\/caminoalarm.wordpress.com\/2019\/01\/23\/tag-40-mexikaner-und-muetzen\/"},"modified":"2019-01-23T21:53:45","modified_gmt":"2019-01-23T19:53:45","slug":"tag-40-mexikaner-und-muetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/tag-40-mexikaner-und-muetzen\/","title":{"rendered":"Tag 40: Mexikaner und M\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Das Gute an Alberguen ist, dass man meist in ihnen ist. Besonders, wenn man schl\u00e4ft. Das hat den Vorteil, dass man nicht drau\u00dfen ist, besonders, wenn man in Galicien ist. Ich hatte mir nach der gestrigen Regenschlacht ja vorgenommen, mich heute mit Galicien zu vers\u00f6hnen. Ob das geklappt hat? Ihr werdet es erfahren&#8230;<\/p>\n<p>Doch zuerst einmal erwachte ich nach einem lustigen Abend mit Mexikanern komischerweise quer in meinem Bett&#8230; Wie das gehen konnte&#8230; Keine Ahnung&#8230; Ich ragte sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite aus dem Bett und muss ausgesehen haben wie in &#8222;Der Exorzist&#8220;. Aber die Mexikaner schliefen noch, darum muss wohl alles gut gewesen sein.<\/p>\n<p>Ich hatte mich wirklich gefreut, mal Mexikaner zut treffen und es wir haben viel gelacht. Und mit dem beruhigenden Trommeln des Regens an die Fensterscheiben schliefen wir ein.<\/p>\n<p>Kein Witz.. Ich hatte Abends meine Schuhe versucht mit Silikon abzudichten&#8230; Mit dem Resultat, dass das Silikon \u00fcberall war, nur nicht in den Schuhen&#8230; Morgen nehme ich Plastikt\u00fcten.<\/p>\n<p>Dennoch Trekkingschuhte ich um halb 9 los Richtung Arzua. Es regnete. Okay, dachte ich, nimmst es sportlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-697\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_085845542368205164261828.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" \/><\/p>\n<p>Es hochwasserte und matschwegte auch. Dennoch war ich gewillt, dem Tag heute viel positives abzugewinnen, nachdem ich gestern so hart \u00fcber Galicien abgel\u00e4stert hatte. Einzelne Sturmboen peitschten \u00fcbers Land&#8230; Egal. Ich war positiv drauf und schoss ein paar Fotos.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-699 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_1119243371353328152498673.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" data-temp-aztec-id=\"4249f653-68a8-4df1-a690-ecb784bf0e9e\" \/><\/p>\n<p>Diese herrliche Natur. Der Bauer gestern hatte schon recht&#8230;. Es war gr\u00fcn. Jepp.<\/p>\n<p>Dann krachte es etwa 50 Meter vor mir und ein Baum fiel um. Ich beneidete ihn insgeheim, denn er hatte es hinter sich. Doch er hatte auch jahrelang in diesem von Regen geb&#8230; \u00c4h&#8230; In diesem Moloch aus&#8230; \u00d6hm&#8230; In diesem von Gott verlassenen Fleckchen&#8230; Ne.. In diesem sch\u00f6nen, gr\u00fcnen Land ausharren d\u00fcrfen (und nicht m\u00fcssen) und hatte sich eine Auszeit redlich verdient.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-700 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_0905257217419843993438881.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" \/><\/p>\n<p>Einer der Mexikaner sagte gestern, dass wir auf unserem Weg so viel Gl\u00fcck mit dem Wetter hatten, dass wir uns von Galicien nicht unterkriegen lassen sollten und dankbar sein sollten. Wir starrten ihn finster an und hassten es, dass er recht hatte&#8230; Gleichzeitig hofften wir alle, dass uns ein Boot retten w\u00fcrde, wenn wir auf irgendeiner Stra\u00dfe keine Kraft mehr zum Schwimmen hatten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-701 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_0915311167641629163300397.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" \/><\/p>\n<p>Ich stiefelte weiter und gab meinen Plan, heute 30km zu gehen auf, als das Wasser seitlich bei jedem Schritt aus dem Schuh herausquoll, ja war echt so&#8230; Und ich bereute es, denn mir war vorhin ein unfassbar gutaussehender Nicaraguaner begegnet, den ich dann wohl heute nicht mehr sehen w\u00fcrde. Einer der Mexikaner hinkte sehr und hatte Knieprobleme. Das tat mir leid. Ich gab ihm ne Ibu600 und hoffte, er schaffte es ins Ziel. Er wollte 30km gehen. Ich bat ihn, das zu \u00fcberdenken, denn der K\u00f6rper ist hier unser Kapital und das sollten wir schonen. Aber mehr als Raten kann ich ihm nicht, jeder geht seinen Camino.<\/p>\n<p>Ich machte ne Kaffeepause und fand mich in nem interessanten Caf\u00e9 wieder.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-702 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_0954462551569659611143600.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-703 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_0954512417198813170514978.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" data-temp-aztec-id=\"613f41dc-4478-4d95-b6b8-8f5a20fbc0c5\" \/><\/p>\n<p>Dort hingen M\u00fctzen und Kappen aus aller Welt. Etwa 2500. Das war ziemlich beeindruckend und einzigartig. Ich lie\u00df meine M\u00fctze da und freue mich, dass sie bd auch dort h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Und dann kam ich an ein Rinnsal, dass bergauf floss. In Galicien wundert mich das nicht, aber es wunderte mich schon.<\/p>\n<p>[wpvideo BlGkKwa5]<\/p>\n<p>Nass und gefrustet kam ich nach 15km in Arzua an und war einfach zu nass f\u00fcr 3,5 weitere Stunden. Ich hatte keinen Bock auf ne Lungenentz\u00fcndung oder so. Hatte ich schonmal, brauch ich nicht wieder.<\/p>\n<p>Ich checkte in die Albergue ein und mehr ist eigentlich heute nicht passiert.<\/p>\n<p>Es kamen nach und nach immer mehr nasse Pilger.<\/p>\n<p>Ah&#8230; Audrey&#8230; Ich hab heute meine ersten Touriegrinos gesehen ^^ sie kamen mit Busshuttles an, man gab ihnen Wanderst\u00f6cke und Ponchos und Muscheln und zeigte ihnen den Camino. Die fl\u00f6teten &#8222;Buen Camino&#8220; und stiefelte los und wurden von den Shuttles kurz vor ner Steigung wieder eingesammelt. Dort fl\u00f6teten sie wieder &#8222;Buen Camino&#8220; und fuhren weg und ich blieb zur\u00fcck im Galicischen Regen.<\/p>\n<p>Es sind jetzt noch 40km bis Santiago und bei den G\u00f6ttern, es war und ist ein tolles, spannendes, aufregendes, sch\u00f6nes anstrengendes, lustiges, nachdenkliches, erkenntnisreiches und gewinnbringendes Abenteuer.. Regen hin oder her. 2 Tage noch. Ich bereue nichts \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Aber letztlich begegnete mir dann noch das eine Motiv, dass Galicien in einem Bild zusammenfasst:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-705 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/hobolovesongs.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/img_20190123_0935458068824994741699250.jpg\" width=\"3000\" height=\"2250\" data-temp-aztec-id=\"1b30e28c-ea5c-45b1-b116-6a97c1460394\" \/><\/p>\n<p>Ein Kuhfladen mit einer Pf\u00fctze in der Mitte&#8230; Gibt es was symbolischeres? \ud83d\ude05\ud83d\ude05\ud83d\ude05<\/p>\n<p>Ich lasse mir die Laune nicht verregnen und freue mich auf morgen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Machts Gut<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gute an Alberguen ist, dass man meist in ihnen ist. Besonders, wenn man schl\u00e4ft. Das hat den Vorteil, dass man nicht drau\u00dfen ist, besonders, wenn man in Galicien ist. 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